Dieser Text bezieht sich auf die Rede des AfD-Abgeordneten Gottfried Curio in der 206. Sitzung am 28.01.2021, 15:49, Thema war "Zusatzpunkt 23: Big Tech und die Meinungsfreiheit im Internet". Das Original des Videos in der Mediathek des Bundestages https://dbtg.tv/fvid/7495923 und auf meinem YouTube-Kanal. Das Original des Redetextes kann man dem offiziellen Protokoll https://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19206.pdf entnehmen. Das Video ist wie immer auch auf meinem YouTube-Kanal zu finden.
Die Rede im Wortlaut
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kollegen! Ich wollte meine Rede eigentlich etwas anders beginnen, als ich es tue. Ich begrüße sehr, Frau Präsidentin, dass Sie sich diese Debatte hinterher noch einmal durchlesen; denn dann werden Sie sehen und merken, dass die viel beschworenen Begriffe „Hass“ und „Hetze“, die hier immer wieder verwandt werden, nicht von meiner Fraktion ausgehen; vielmehr sind wir eher Opfer von Hass und Hetze in diesem Plenum. Frau Staatsministerin Bär, Sie werfen uns vor, die Demokratie zerstören zu wollen, und das tun Sie immer dann, wenn wir hier für Demokratie und Meinungsfreiheit eintreten, wie mit dieser Aktuellen Stunde. Es geht hier nämlich um Meinungsfreiheit, die ein ganz wesentliches Element der Demokratie ist. Deswegen werden wir uns von Ihnen nicht vorhalten lassen, die Demokratie zu zerstören. Zum Thema, meine Damen und Herren. Zur größten Gefahr für die Meinungsfreiheit, für die Freiheit überhaupt sind die inzwischen übermächtigen Technologieplattformen aus den USA und aus China geworden – sie wurden hier schon oft heute benannt –: Amazon, Google, Apple, Facebook, Microsoft, also die Big Tech, wie man sie auch nennt. Jeder von diesen hat – jeder für sich – eine höhere Marktkapitalisierung als alle DAX-Konzerne zusammen. Ihr Wert spiegelt sich in den Daten, die sie speichern: Daten über Menschen, Daten, die weit überbiografische Angaben hinausgehen. Bewegungsprofile, Kaufverhalten, Interessen, Vorlieben und auch menschliche Abgründe sind auf deren Servern gespeichert, Daten, die geeignet sind, Menschen zu steuern, sie vor allem aber auch bei Bedarf mundtot zu machen. Keiner kann sich mehr der Welt dieses „Big Tech“ entziehen. Die virtuelle Welt durchdringt nicht erst seit Corona alle Lebensbereiche; zu meinen, sich davon fernhalten zu können, ist völlig weltfremd. Wenn du was Falsches sagst, machen wir deinen Account dicht, wenn du an falscher Stelle bei Facebook ein Like setzt, sperren wir dein Google Pay, wenn du die Cookies nicht akzeptierst, sperren wir dich aus dem öffentlichen Leben aus: Das ist keine Illusion mehr, meine Damen und Herren, das ist Realität. Ein paar Menschen, ein paar CEOs in San Francisco und Seattle haben heute die Macht, darüber zu befinden, was gesagt und getan werden darf. Und da ist sie, die in vielen Beiträgen schon erwähnte Global Governance. Das Problem ist nicht nur, dass es sie gibt; das Problem ist: Niemand hat diese Global Governance gewählt. Und dennoch erhebt sie sich über Recht, über Gesetz und über demokratisch gewählte Regierungen. Wie kommt Twitter denn dazu, den Account eines amtierenden Präsidenten Trump zu löschen, eines Mannes, dem ein paar Wochen zuvor immerhin 4 Millionen Amerikaner ihre Stimme anvertraut haben? Man kann von Trump ja halten, was man will; aber auch er hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, egal übrigens, ob er recht hat oder nicht oder ob er höflich ist oder nicht. Für Grenzüberschreitungen gibt es nämlich auch in den USA das Strafrecht. Herr Dr. Luczak, nur das Strafrecht ist maßgeblich dafür, dass Meinungen unterdrückt oder gesperrt werden können, nur das Strafrecht. Man kann das Strafrecht aus meiner Sicht gerne verschärfen; aber strafen dürfen nur Richter, keine Geschäftsführer. Doch anstatt zu handeln, diniert Frau Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum – pikanterweise dieses Jahr in der Pseudodemokratie Singapur statt in der basisdemokratischen Schweiz – lieber mit genau diesen Konzernchefs und dem WEF-Direktor Schwab. Dabei geht es dann um den sogenannten Great Reset, ein Resetten, ein Herunterfahren von Wirtschaft und Gesellschaft auf dem Weg hin zu einer neuen Normalität. Diese neue Normalität, meine Damen und Herren, diesen Reset, wollen wir nicht; denn wir wollen die Freiheit. Wir müssen diesen Konzernen, die hier in Deutschland Milliarden Euro verdienen und kaum Steuern zahlen, die Macht nehmen. Unsere Regierung dagegen schreibt ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das diese Privatjustiz noch legitimiert. Sie von der Regierung wollen diese Meinungszensur; denn Sie bedienen sich der linken Logik, dass andere Meinungen nicht einfach nur abweichende Standpunkte sind. Sie unterscheiden noch nicht einmal zwischen richtig und falsch. Sie unterscheiden nur zwischen Gut und Böse. Nun, wir sind anderer Meinung als Sie, und Sie werden sich dies weiterhin anhören müssen; denn wir werden nicht müde werden, für Freiheit und Demokratie einzutreten – hier im Bundestag, auf der Straßen und, solange es noch geht, auch in den sozialen Medien. Vielen Dank.Analyse der Rede
Ich begrüße sehr, Frau Präsidentin, dass Sie sich diese Debatte hinterher noch einmal durchlesen; Tut Frau Pau das? Woher nimmt der Enrico die Gewißheit, dass dem so ist, und wie unhöflich mag so eine Bemerkung wohl gemeint sein? denn dann werden Sie sehen und merken, Ei, ei, ei - wenn das kein Argumentum ad hominem ist... dass die viel beschworenen Begriffe „Hass“ und „Hetze“, die hier immer wieder verwandt werden, ...und vor denen diese Rede jetzt schon strotzt... nicht von meiner Fraktion ausgehen; ...sagt der Enrico, der es geschafft hat, bereits im zweiten Satz seiner Rede so viel persönliche Beleidigungen der Vizepräsidentin des deutschen Bundestags zu packen, dass man hier mit Fug und Recht von Hass und Hetze reden darf. nicht von meiner Fraktion ausgehen; Quod esset demonstrandum! (Was zu beweisen wäre!) vielmehr sind wir eher Opfer von Hass und Hetze in diesem Plenum. Ein typischer Fall von "Schuldumkehr" - die ständig schonungslos Beschimpften sind die wahren Täter, da sie sich gegen Beleidigungen und Hetze wehren, statt sich alles gefallen zu lassen. Frau Staatsministerin Bär, Sie werfen uns vor, die Demokratie zerstören zu wollen, ...was eindeutig aus dem Programm und den Reden der AfD-Mitglieder hervorgeht... und das tun Sie immer dann, wenn wir hier für Demokratie und Meinungsfreiheit eintreten, ...was in Wirklichkeit noch nie der Fall war. Es geht hier nämlich um Meinungsfreiheit, die ein ganz wesentliches Element der Demokratie ist. Die Verbreitung von Lügen und Halbwahrheiten, die die AfD aktiv betreibt, ist keine "Meinungsäußerung" - auch Meinungen müssen auf belegbaren Tatsachen beruhen! Deswegen werden wir uns von Ihnen nicht vorhalten lassen, die Demokratie zu zerstören. Das muss euch auch niemand "vorhalten" - die Faktenlage spricht eine eindeutige Sprache. Zur größten Gefahr für die Meinungsfreiheit, für die Freiheit überhaupt sind die inzwischen übermächtigen Technologieplattformen aus den USA und aus China geworden – sie wurden hier schon oft heute benannt –: Amazon, Google, Apple, Facebook, Microsoft, also die Big Tech, wie man sie auch nennt. Wie Amazon oder microsoft unsere Freiheit bedrohen könnten, ist für mich nicht nachvollziehbar - es steht jedem Menschen frei, auf seinem PC Linux statt Windows zu installieren, und niemand wird gezwungen, bei Amazon einkaufen zu müssen. Besonders im Falle microsoft, deren gesamtes Schaffen von Anfang an aus der Verschlimmbesserung von Ideen der Konkurrenz bestand und besteht, ist es vermessen, von "Big Tech" zu reden. Jeder von diesen hat – jeder für sich – eine höhere Marktkapitalisierung als alle DAX-Konzerne zusammen. Na und? Hätten die DAX-Konzerne gescheites Marketing betrieben, könnte es genauso gut umgekehrt sein - das nennt sich Marktwirtschaft! Ihr Wert spiegelt sich in den Daten, die sie speichern: Daten über Menschen, Daten, die weit überbiografische Angaben hinausgehen. Allesamt Daten, die wir ihnen freiwillig gegeben haben. Auch hier gilt: Man muss nicht jeden Scheiß mitmachen, sondern kann sich wahlweise auch von all diesen Datenkraken fernhalten. Bewegungsprofile, Kaufverhalten, Interessen, Vorlieben und auch menschliche Abgründe sind auf deren Servern gespeichert, Daten, die geeignet sind, Menschen zu steuern, sie vor allem aber auch bei Bedarf mundtot zu machen. Das mit dem "mundtot machen" bedarf einer eingehenderen Herleitung. Es steht zum Beispiel jedem frei, seine "Meinung" per Telefon zu verbreiten, indem man wahllos Nummern wählt. Dass man diese Person aber "mundtot macht", wenn man den Hörer auflegt, da einen das Gebrabbel nicht interessiert, halte ich für reichlich weit hergeholt. Gleiches gilt für alle asozialen Hetzwerke - wer sie betreibt, hat eine Sorgfaltspflicht unt trägt die Verantwortung für die gehosteten Inhalte. Die virtuelle Welt durchdringt nicht erst seit Corona alle Lebensbereiche; zu meinen, sich davon fernhalten zu können, ist völlig weltfremd. Warum sollte es weltfremd sein, das Eindringen fremder Zwänge in sein Leben aktiv zu blocken? Ich muss nicht in jeder Sekunde rund um die Uhr, selbst noch unter der Dusche oder auf der Toilette, für jeden erreichbar sein - Lebensqualität geht vor! Wenn du was Falsches sagst, machen wir deinen Account dicht, wenn du an falscher Stelle bei Facebook ein Like setzt, sperren wir dein Google Pay, wenn du die Cookies nicht akzeptierst, sperren wir dich aus dem öffentlichen Leben aus: Das ist keine Illusion mehr, meine Damen und Herren, das ist Realität. Ein paar Menschen, ein paar CEOs in San Francisco und Seattle haben heute die Macht, darüber zu befinden, was gesagt und getan werden darf. Da hat der Enrico wohl nicht begriffen, wie die asozialen Hetzwerke funktionieren. Wenn zahlende Kunden ihre Werbebudgets zurückziehen, weil eine Plattform aufgrund der Radikalisierung der dort aktiven Nutzer bei normalen Bürgern - den Zielen der Werbung! - Entsetzen auslöst, müssen die Betreiber der Plattform aktiv werden, um die zahlenden Kunden bei der Stange zu halten. Das ist die freie Marktwirtschaft, die sich die AfD doch so sehnlich herbeiwünscht. Hat der Enrico jetzt plötzlich Angst, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen? Und da ist sie, die in vielen Beiträgen schon erwähnte Global Governance. Das Problem ist nicht nur, dass es sie gibt; das Problem ist: Niemand hat diese Global Governance gewählt. Und dennoch erhebt sie sich über Recht, über Gesetz und über demokratisch gewählte Regierungen. Hier verwendet der Enrico ein Totschlagwort, das Claus Offe als "leere Worthülse" bezeichnete. Dass es so etwas gibt, ist eine Behauptung, die der Enrico erst einmal mit Fakten hinterlegen sollte. Zudem wäre "Global Governance" (zu gut Deutsch: "Betreutes weltpolitisches Regieren") wohl eher ein multilaterales Vertragswerk zwischen Staaten, nicht eine von Firmen gesteuerte Welt. In ersterem Sinne wäre es unabdingbar, dass alle Mitgliedstaaten Teile ihrer hoheitlichen Aufgaben an den übergeordneten Verbund delegieren, wie es heute schon bei den Mitgliedstaaten der EU praktiziert wird. Wie kommt Twitter denn dazu, den Account eines amtierenden Präsidenten Trump zu löschen, eines Mannes, dem ein paar Wochen zuvor immerhin 4 Millionen Amerikaner ihre Stimme anvertraut haben? Tja - wie kommt ein kommerzielles Unternehmen wohl dazu, die über viele Jahre hinweg ignorierten Hetzkampagnen eines notorischen Lügners von einem Tag auf den nächsten zu unterbinden? Wie weiter oben bereits erläutert, ist das keine Zensur, sondern genau das marktwirtschaftliche Handeln, das die AfD in ihrem Parteiprogramm zum goldenen Kalb erhoben hat. Und, ganz nebenbei erwähnt: Hier ist es wieder, das riesige Problem der AfD-Mitglieder mit den Zahlen. Hätte Lügen-Donald nur 4 Millionen Stimmen erhalten, wäre selbst ich davon ausgegangen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen gelaufen sein kann... Man kann von Trump ja halten, was man will; aber auch er hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, egal übrigens, ob er recht hat oder nicht oder ob er höflich ist oder nicht. Der Enrico verkennt das Problem mit seinem Bruder im Geiste, dem Lügen-Donald, aber gewaltig. Da ging es nicht um Meinungen, sondern um notorische Lügen und die Aufhetzung seiner Anhänger zu einem Staatsstreich. Mal ehrlich: Wer Anti-Demokraten zu verteidigen versucht, tut das nicht aus altruistischen Gründen, sondern deswegen, weil er/es/sie selbst eine anti-demokratische Gesinnung hat. Für Grenzüberschreitungen gibt es nämlich auch in den USA das Strafrecht. Das auf amtierende Präsidenten aber nicht anwendbar ist. Wie uninformiert muss unser Enrico wohl sein, dass er solche Dummheiten von sich gibt? Herr Dr. Luczak, nur das Strafrecht ist maßgeblich dafür, dass Meinungen unterdrückt oder gesperrt werden können, nur das Strafrecht. Man kann das Strafrecht aus meiner Sicht gerne verschärfen; aber strafen dürfen nur Richter, keine Geschäftsführer. Ach, Enrico - informier Dich halt mal bei den richtigen Experten, und nicht bei denen mit Fratzenbock-Diplom. Plattformbetreiber unterliegen Gesetzen, die sie durchsetzen müssen, da sie sonst entsprechende Strafen zahlen müssen. Dabei geht es dann um den sogenannten Great Reset, Gütiger Aton - da outet sich der Enrico doch glatt noch als Jünger des QuerAnalen Glaubensbekentnisses. Der Rest des Absatzes vetieft zwar Enricos Glauben, trägt aber nichts zum Thema bei. Wir müssen diesen Konzernen, die hier in Deutschland Milliarden Euro verdienen und kaum Steuern zahlen, die Macht nehmen. Und wie soll das funktionieren - will die AfD das Internet in Deutschland abschalten, eine der AfD genehme Totalfilterung einführen, oder was sonst schlägt die AfD hier konkret vor? Unsere Regierung dagegen schreibt ein Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das diese Privatjustiz noch legitimiert. Sie von der Regierung wollen diese Meinungszensur; denn Sie bedienen sich der linken Logik, dass andere Meinungen nicht einfach nur abweichende Standpunkte sind. Sie unterscheiden noch nicht einmal zwischen richtig und falsch. Sie unterscheiden nur zwischen Gut und Böse. Kurzfassung: Die AfD ist dagegen, dass Menschen, die beschimpft oder gestalkt werden, sich gegen die Verletzung ihrer Grundrechte wehren dürfen. Ebenso ist sie dagegen, dass Hass, Hetze, Holocaust-Leugnung, Lügen und gezielte Desinformation verfolgt und bestraft werden./t\ THG