Dieser Text bezieht sich auf die Rede des AfD-Abgeordneten Anton Friesen in der 215. Sitzung am 04.03.2021, 09:43 h. Thema war der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke "Sichere Bildung in der Krise – Schnellteststrategie für Kitas und Schulen einführen". Das Original des Videos gibt es in der Mediathek des Bundestags und auf meinem YouTube-Kanal. Das Original des Redetextes kann man dem offiziellen Plenarprotokoll entnehmen.
Die Rede im Wortlaut
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Bürger! Wir waren dreizehntausend Mann, Von Kabul unser Zug begann, Soldaten … Weib und Kind, Erstarrt, erschlagen, verraten sind. Was wie eine realistische Zustandsbeschreibung von Afghanistan 20 Jahre nach der NATO-Intervention klingt, wurde von Theodor Fontane im 19. Jahrhundert verfasst. Damals war gerade die britische Weltmacht am Hindukusch gescheitert, ein paar Jahrzehnte später die sowjetische. Und nun scheitert die US-amerikanische Weltmacht mit Deutschland als Anhängsel ohne eigene Strategie. 20 Jahre Afghanistan-Krieg: Zeit, eine Bilanz zu ziehen, eine Bilanz des Schreckens. 59 deutsche Soldaten sind seit 2001 am Hindukusch gefallen, so viele wie in keinem anderen Militäreinsatz der Bundeswehr. Insgesamt 157 000 Menschen fanden den Tod, darunter 43 000 afghanische Zivilisten, alleine letztes Jahr 1 500 Afghanen, 424 humanitäre Helfer, 67 Journalisten. Ihnen allen und ihren Familien gilt unser Beileid. Sie alle sind Opfer einer kopf- und strategielosen Politik, die bis 2024 mindestens 20 Milliarden Euro deutsches Steuergeld für einen Krieg verschwendet, der nicht zu gewinnen ist. Was könnte man mit diesen 20 Milliarden Euro alles für unser Land, für unsere Bürger, für die Älteren und für die Bedürftigen tun? Zum Beispiel könnte man, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schon 2019 errechnet hat, das Elterngeld um 44 Prozent anheben oder das Defizit in der Pflegeversicherung – dieses Jahr voraussichtlich bis zu 2,5 Milliarden Euro – für Jahrzehnte ausgleichen, damit unsere Großeltern menschenwürdig gepflegt werden können, oder eben die Renten im Osten schneller anheben. Stattdessen wird das hart verdiente Geld des deutschen Steuerzahlers in einen Krieg gepumpt, der längst verloren ist. Mittlerweile kontrollieren die Taliban wieder dieselbe Landesfläche wie 2001. Die Regierung in Kabul ist hochgradig korrupt. In Afghanistan blüht nicht die Demokratie, sondern der Mohn. Blühende Landschaften afghanischer Art! Afghanistan ist im Zuge der US-geführten NATO-Intervention zum Opiumproduzenten Nummer eins aufgestiegen. Tausende sind daran in Deutschland und in der Welt zugrunde gegangen. Die Anzahl der Afghanen in Deutschland, oft Asylbewerber, ist von 2009 bis 2019 von 49 000 auf 263 000 gestiegen. Was wollen Sie eigentlich einer Mutter erzählen, deren Sohn am Hindukusch gefallen ist? Dass sie ihn in einem Zinksarg in Empfang nehmen kann, während Afghanen am Ku’damm Kaffee trinken? Die AfD ist die Friedenspartei Deutschlands. Wir sagen: Abzug der Bundeswehr sofort einleiten, die Friedensverhandlungen zwischen den Taliban, der afghanischen Regierung sowie den anderen internationalen Akteuren konstruktiv begleiten und zusammen einen internationalen Mechanismus entwickeln, der vernünftig verhindert, dass zukünftig von Afghanistan Terrorismus ausgeht. Nicht zuletzt muss eine umfassende Evaluierung des Scheiterns und seiner Gründe erfolgen. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern am Brandenburger Tor. Vielen Dank.Analyse der Rede
59 deutsche Soldaten sind seit 2001 am Hindukusch gefallen, so viele wie in keinem anderen Militäreinsatz der Bundeswehr. Nach endlosem Geschwafel kommt der ekelige Anton endlich einmal zum Punkt des Antrag seiner Fraktion. Dass Berufssoldaten (früher sagte man Söldner) einen Beruf ergriffen haben, der gelegentlich auch einmal tödlich ausgehen kann, kam der AfD beim Zusammenphantasieren ihres Antrags offensichtlich nicht in den Sinn. Insgesamt liegt die Verlustquote bei rund einem Prozent - ein bisschen Schwund ist immer... Insgesamt 157 000 Menschen fanden den Tod, darunter 43 000 afghanische Zivilisten, alleine letztes Jahr 1 500 Afghanen, 424 humanitäre Helfer, 67 Journalisten. Spätestens der Schwund der von der AfD immer so schön als "Lügenpresse" bezeichneten Journalisten müsste in der AfD-Fraktion doch so etwas wie "klammheimliche Freude" ausgelöst haben. Und, lauschen wir den Worten des ekeligen kasachischen Wirtschaftsflüchtlings Anton etwas länger, betrübt ihn doch gar nicht, wie viele Afghanen in Afghanistan gestorben sind, sondern nur, dass einige Afghanen es gewagt haben, wie er selbst in Deutschland eine sichere Zuflucht zu suchen, und "seinen" Kaffee wegzuschlürfen. In Afghanistan blüht nicht die Demokratie, sondern der Mohn. Ja da sind sie ja schon, die rein herkunftstechnischen Vorurteile, die so typisch für die AfD und ihre Anhängerschaft sind. Plumper kann man nicht demonstrieren, ein überzeugter Rassist zu sein! Die Anzahl der Afghanen in Deutschland, oft Asylbewerber, ist von 2009 bis 2019 von 49 000 auf 263 000 gestiegen. Interessanter wäre ja die Einwanderungsquote kasachischer Wirtschaftsflüchtlinge - warum wendet die AfD sich nicht endlich einmal gegen die osteuropäischen Wirtschaftsflüchtlinge in der eigenen Partei, die zum Teil derart gebrochenes Deutsch sprechen, dass es in den Ohren weh tut? Dass sie ihn in einem Zinksarg in Empfang nehmen kann, während Afghanen am Ku’damm Kaffee trinken? Jetzt hat sich der ekelige Anton ja so richtig auf seine rassistische Linie eingeschossen! Aber, ekeliger Anton: Warum folgst Du nicht Deiner eigenen rassistischen Maxime, und schiebst Dich selbst nach Kasachstan ab? Die AfD ist die Friedenspartei Deutschlands. Der war so schlecht, da bleibt einem selbst das Lachen im Hals stecken, ekeliger Anton. ...dass zukünftig von Afghanistan Terrorismus ausgeht. Ein Volk, das seit Anno Schlagmichtot Spielball vieler, sich die Türklinke in die Hand gebender Kolonialmächte war, hat möglicherweise den Willen, sein Schicksal endlich einmal selbt bestimmen zu dürfen. Und selbst dann, wenn deren Ideal auf Basis einer fundamentalistisch-islamischen Ideologie aufgebaut ist, geht das uns, die "westlichen" KnowItAlls, nichts an. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern am Brandenburger Tor. Träumt der ekelige Anton schon wieder vom Dritten Weltkrieg, in dem "wehrhafte Deutsche" einmal mehr verdrängen, den Krieg verloren zu haben, und fest daran glauben, bis zur letzten Patrone durchkämpfen zu müssen? Go Home, ekliger Anton - GO HOME!/t\ THG
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen