Am 26.08.2017 trafen sich die Herren Alexander Gauland, Bernd Höcke und Jürgen Pohl mit 250 Anhängern der AfD zu einer Wahlveranstaltung in der Obereichsfeldhalle Leinefelde, um - nach eigenen Angaben der AfD - Ihre Wertschätzung gegenüber Jürgen Pohl auszudrücken.
Die AfD berichtet selbst, dass Herr Gauland "[...] dann in seinen Ausführungen die Versäumnisse der Regierung im Umgang mit illegalen Zuwanderern und abgelehnten Asylbewerbern an[sprach]. Diese Gruppen leben im Prinzip illegal in Deutschland und genießen alle Annehmlichkeiten des Sozialstaates, der vom deutschen Volk finanziert wird. Er brachte Beispiele dafür, wie frech manche ‚Zuwanderer‘ den Staat betrügen und an der Nase herumführen." [Zitat wörtlich dem Link entnommen]
Auf die nicht belegbaren Behauptungen der AfD geht mein Blog "AfD unter der Lupe" wesentlich detaillierter ein, als ich das hier tun könnte (und wollte). Der Berichterstatter HK vergaß allerdings zu berichten, wie Herr Gauland seine Ausführungen formulierte, als die Sprache auf die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Frau Aydan Özoguz, kam. Diese hatte bezüglich der leidigen Leidkultur (eine von der AfD mit Freuden aufgegriffene Wortschöpfung des Politologen Bassam Tibi) gegenüber dem „Tagesspiegel“ im Mai zu äußern gewagt, dass „eine spezifisch deutsche Kultur, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar ist“. Ihre Begründung: „Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt.“
Herrn Gauland fiel hierzu nichts besseres als „Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ ein. Wenn das kein klassisches argumentum ad hominem ist, das man mangels sachlicher Argumente ins Feld zu führen gezwungen ist, wenn man auf Teufel komm raus einen Punkt gegen einen politischen Gegner zu erzwingen versucht, dann fresse ich freiwillig einen (Schokolade-)Besen! Dass darauf hin laut Berichterstatter HK Applaus und vereinzelte Jubelrufe des Publikums folgten, lässt darauf schließen, dass das Publikum vollumfänglich auf die rhetorischen Wortspielchen eines Redners hereingefallen ist, dessen Beruf einmal Rechtsanwalt war, bevor er ins Europaparlament einzog.
Ich erspare dem Leser den Rest der xenophoben Hasspredigt des Herrn Gauland, die sich (wie bei diesem netten Menschen üblich) auf einem Niveau weit unterhalb des Bodenlevels bewegte - auf YouTube tummeln sich genug Videodokumente, die seine sprachlichen Entgleisungen für die Nachwelt konservieren. Es geht auch nicht um die Behauptungen, die Herr Gauland von sich gibt, obwohl er sehr genau weiß, dass er diese aus den Fingern gesogenen Phantasien niemals mit Fakten belegen können wird. Was mir, einem Menschen mit guter bürgerlicher Erziehung, die in der so genannten Mitte der Gesellschaft durchaus üblich ist, leicht säuerlich aufstößt, ist die Verrohung der Sprache, die unliebsame Menschen zu Objekten degradiert, die man von anderen (man möchte sich ja nicht selbst die Finger mit dem Blut seiner Opfer beschmutzen...) zum "Entsorgen" in jenes (einst befreundete) Ausland zu schicken gedenkt, von dem man sehr genau weiß, dass man dort unliebsame politische Gegner unter dem Deckmäntelchen "Mitglied der Gülen-Bewegung" ohne konkrete Belege für diese Behauptung in Gefängnisse zu stecken pflegt. Eine Vorgehensweise, die man auch bei der AfD mit Vorliebe pflegt - behaupten ist halt wesentlich einfacher als den Beweis für die Richtigkeit des Behaupteten zu führen. zum Glück beschränkt sich der Handlungsspielraum der AfD (noch) auf die verbale Ebene. Hoffen wir, dass das noch möglichst lange so bleibt!
Es ist hochgradig bedenklich, wenn ad hominem-Attacken allmählich wieder salonfähig werden, und eine ganze Partei in großem Stil mit solch fragwürdiger Methoden auf Wählerfang geht. Noch bedenklicher ist es, wenn jemand mehr oder weniger verhohlen dazu aufruft, dass Dritte seinen politischen Gegnern physische Gewalt antun sollen - immerhin forderte Herr Gauland seine Zuhörer dazu auf, eine in der BRD geborene deutsche Staatsbürgerin gegen ihren Willen in einen momentan nicht sicheren Unrechtsstaat zu verbringen, um sie dort zu "entsorgen", sprich der Haft zuzuführen, die nach der von Erdogan geforderten Einführung der Todesstrafe auch mit der Ermordung des Ziels Gaulands verbaler Entgleisung enden könnte.
Man kann von Frau Özoguz durchaus halten was man will. Man darf auch jederzeit ihre politische Arbeit scharf kritisieren. Was wir in einem zivilisierten Land wie dem unseren, das schon in der Steinzeit so weltoffen und multikulturell war, dass der hier lebende Homo neanderthalensis den zugereisten Homo sapiens aufnahm, tunlichst unterlassen sollten, ist das Hetzen gegen Menschen anderer Herkunft. Wie schon die Neandertaler den Homo sapiens Asyl gewährten, die Kelten den Germanen, der Kelten-Germanen-Mix sich lustig mit Römern, Slawen, Hunnen und Türken vermischte, sollten wir als Nachkommen einer solchen Melange doch so viel Grips haben, dass unser Staat untergehen wird, wenn wir diese Kette unterbrechen, um uns nur noch mit unserer näheren Verwandtschaft paaren. Wer stehen bleibt, oder gar zurück geht, hängt sich selbst ab und kann über kurz oder lang nur verlieren. Wer in der heutigen Welt den Rückschritt zur Kleinstaaterei und Separation tun will, muss sich darüber im Klaren sein, dass er dann auch zum Standard der angestrebten Zeitepoche zurückkehren muss, da die moderne Wirtschaftsordnung alles links liegen lässt, was unrentabel oder unbequem ist.
Wir haben die Wahl, dem bisherigen Erfolgsrezept der Vielfältigkeit weiterhin zu folgen, oder unserem Land jene unnatürliche Einfältigkeit aufzuzwingen, die sich im Lauf unserer Geschichte immer wieder als Sackgasse entpuppte, die das ganze Land wirtschaftlich an den Ruin brachte und die Bevölkerung jedes Mal empfindlich reduzierte.
Die AfD berichtet selbst, dass Herr Gauland "[...] dann in seinen Ausführungen die Versäumnisse der Regierung im Umgang mit illegalen Zuwanderern und abgelehnten Asylbewerbern an[sprach]. Diese Gruppen leben im Prinzip illegal in Deutschland und genießen alle Annehmlichkeiten des Sozialstaates, der vom deutschen Volk finanziert wird. Er brachte Beispiele dafür, wie frech manche ‚Zuwanderer‘ den Staat betrügen und an der Nase herumführen." [Zitat wörtlich dem Link entnommen]
Auf die nicht belegbaren Behauptungen der AfD geht mein Blog "AfD unter der Lupe" wesentlich detaillierter ein, als ich das hier tun könnte (und wollte). Der Berichterstatter HK vergaß allerdings zu berichten, wie Herr Gauland seine Ausführungen formulierte, als die Sprache auf die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Frau Aydan Özoguz, kam. Diese hatte bezüglich der leidigen Leidkultur (eine von der AfD mit Freuden aufgegriffene Wortschöpfung des Politologen Bassam Tibi) gegenüber dem „Tagesspiegel“ im Mai zu äußern gewagt, dass „eine spezifisch deutsche Kultur, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar ist“. Ihre Begründung: „Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt.“
Herrn Gauland fiel hierzu nichts besseres als „Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“ ein. Wenn das kein klassisches argumentum ad hominem ist, das man mangels sachlicher Argumente ins Feld zu führen gezwungen ist, wenn man auf Teufel komm raus einen Punkt gegen einen politischen Gegner zu erzwingen versucht, dann fresse ich freiwillig einen (Schokolade-)Besen! Dass darauf hin laut Berichterstatter HK Applaus und vereinzelte Jubelrufe des Publikums folgten, lässt darauf schließen, dass das Publikum vollumfänglich auf die rhetorischen Wortspielchen eines Redners hereingefallen ist, dessen Beruf einmal Rechtsanwalt war, bevor er ins Europaparlament einzog.
Ich erspare dem Leser den Rest der xenophoben Hasspredigt des Herrn Gauland, die sich (wie bei diesem netten Menschen üblich) auf einem Niveau weit unterhalb des Bodenlevels bewegte - auf YouTube tummeln sich genug Videodokumente, die seine sprachlichen Entgleisungen für die Nachwelt konservieren. Es geht auch nicht um die Behauptungen, die Herr Gauland von sich gibt, obwohl er sehr genau weiß, dass er diese aus den Fingern gesogenen Phantasien niemals mit Fakten belegen können wird. Was mir, einem Menschen mit guter bürgerlicher Erziehung, die in der so genannten Mitte der Gesellschaft durchaus üblich ist, leicht säuerlich aufstößt, ist die Verrohung der Sprache, die unliebsame Menschen zu Objekten degradiert, die man von anderen (man möchte sich ja nicht selbst die Finger mit dem Blut seiner Opfer beschmutzen...) zum "Entsorgen" in jenes (einst befreundete) Ausland zu schicken gedenkt, von dem man sehr genau weiß, dass man dort unliebsame politische Gegner unter dem Deckmäntelchen "Mitglied der Gülen-Bewegung" ohne konkrete Belege für diese Behauptung in Gefängnisse zu stecken pflegt. Eine Vorgehensweise, die man auch bei der AfD mit Vorliebe pflegt - behaupten ist halt wesentlich einfacher als den Beweis für die Richtigkeit des Behaupteten zu führen. zum Glück beschränkt sich der Handlungsspielraum der AfD (noch) auf die verbale Ebene. Hoffen wir, dass das noch möglichst lange so bleibt!
Es ist hochgradig bedenklich, wenn ad hominem-Attacken allmählich wieder salonfähig werden, und eine ganze Partei in großem Stil mit solch fragwürdiger Methoden auf Wählerfang geht. Noch bedenklicher ist es, wenn jemand mehr oder weniger verhohlen dazu aufruft, dass Dritte seinen politischen Gegnern physische Gewalt antun sollen - immerhin forderte Herr Gauland seine Zuhörer dazu auf, eine in der BRD geborene deutsche Staatsbürgerin gegen ihren Willen in einen momentan nicht sicheren Unrechtsstaat zu verbringen, um sie dort zu "entsorgen", sprich der Haft zuzuführen, die nach der von Erdogan geforderten Einführung der Todesstrafe auch mit der Ermordung des Ziels Gaulands verbaler Entgleisung enden könnte.
Man kann von Frau Özoguz durchaus halten was man will. Man darf auch jederzeit ihre politische Arbeit scharf kritisieren. Was wir in einem zivilisierten Land wie dem unseren, das schon in der Steinzeit so weltoffen und multikulturell war, dass der hier lebende Homo neanderthalensis den zugereisten Homo sapiens aufnahm, tunlichst unterlassen sollten, ist das Hetzen gegen Menschen anderer Herkunft. Wie schon die Neandertaler den Homo sapiens Asyl gewährten, die Kelten den Germanen, der Kelten-Germanen-Mix sich lustig mit Römern, Slawen, Hunnen und Türken vermischte, sollten wir als Nachkommen einer solchen Melange doch so viel Grips haben, dass unser Staat untergehen wird, wenn wir diese Kette unterbrechen, um uns nur noch mit unserer näheren Verwandtschaft paaren. Wer stehen bleibt, oder gar zurück geht, hängt sich selbst ab und kann über kurz oder lang nur verlieren. Wer in der heutigen Welt den Rückschritt zur Kleinstaaterei und Separation tun will, muss sich darüber im Klaren sein, dass er dann auch zum Standard der angestrebten Zeitepoche zurückkehren muss, da die moderne Wirtschaftsordnung alles links liegen lässt, was unrentabel oder unbequem ist.
Wir haben die Wahl, dem bisherigen Erfolgsrezept der Vielfältigkeit weiterhin zu folgen, oder unserem Land jene unnatürliche Einfältigkeit aufzuzwingen, die sich im Lauf unserer Geschichte immer wieder als Sackgasse entpuppte, die das ganze Land wirtschaftlich an den Ruin brachte und die Bevölkerung jedes Mal empfindlich reduzierte.