Donnerstag, 17. Dezember 2020

Realsatire mit Paul Viktor - heute: Von der Schwierigkeit mit Masken und Pandemien

Dieser Text bezieht sich auf die Rede des tschechischen Wirtschaftsflüchtlings und AfD-Abgeordneten Paul Viktor Podolay in der 201. Sitzung am 16.12.2020, 15:23, Thema war die "aktuelle Stunde zur Umsetzung der Nationalen Impfstrategie CoViD-19". Das Original des Videos gibt es in der Mediathek des Bundestags und auf meinem YouTube-Kanal. Das Original des Redetextes kann man dem offiziellen Protokoll entnehmen.


Die Rede im Wortlaut


Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Geehrte Bürger!

Heute wurde Deutschland erneut auf das wirtschaftliche Abstellgleis gestellt. Während China im November einen Exportboom mit einem Plus von 21 Prozent verzeichnet und das Leben zur Normalität zurückgekehrt ist, ist man in Deutschland immer noch dabei, die eigene Gesellschaft zu zerstören.

Die heute thematisierte Impfstrategie zeugt ebenfalls von mangelnder Weitsicht. Trotzdem: Sobald der BioNTech-Impfstoff von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wird, angeblich am 21. Dezember, geht das große Stechen los. Die deutschen Impfzentren sind jedenfalls laut Bundesminister Spahn einsatzbereit.

Konträr dazu bestätigt die Ständige Impfkommission, dass die Impfbereitschaft der Deutschen kontinuierlich sinkt. Besonders bei Ärzten und Pflegekräften, also denjenigen, die an der Covid-Front kämpfen, scheint sie am geringsten zu sein, was das Narrativ der sicheren Impfung und der ungewöhnlich tödlichen Erkrankung absolut infrage stellt.

Kanzlerin Merkel sagte im November, dass man die Maßnahmen erst aufheben könne, wenn rund 60, 80 Prozent der Bevölkerung immun seien. So stellt sich unweigerlich die Frage, wie diese enorme Zahl erreicht und überprüft werden soll. Es wurde schließlich immer wieder betont, dass es keine Impfpflicht geben soll. Was passiert also, wenn die Impfbereitschaft niedrig bleibt oder sogar noch weiter zurückgeht? Bleiben wir dann für immer im Lockdown? Oder wird man dann doch versuchen, die Menschen zur Impfung zu drängen? Die Bundeswehr prüft schon die Impfpflicht für alle Soldaten.

Der Entwurf der Ständigen Impfkommission zur Priorisierung stößt auch auf Widerstand. Er sieht vor, Menschen mit sehr hohem Risiko zuerst zu impfen, etwa Bewohner von Pflegeheimen. Während Personen in Asylunterkünften zur dritten Impfgruppe gehören und somit vor Lehrern und Erziehern geimpft werden sollen, werden Polizei und Feuerwehr sogar in der letzten Gruppe mit gering erhöhter Priorität genannt.

Aber nicht nur die Priorisierung wirft Fragen auf. Wie werden die Menschen in den Impfzentren umfänglich über die Risiken und Nebenwirkungen dieses neuartigen Impfstoffes aufgeklärt sowie über die Haftung im Falle eines Impfschadens?

Zudem muss bei dem BioNTech-Impfstoff ein Mindestabstand zwischen den Impfdosen von 21 Tagen liegen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, die zweite Impfdosis nicht zu verabreichen, falls ein Impfling sich in diesen drei Wochen mit Covid angesteckt hat. Wie also wird sichergestellt, dass diese Menschen sich nicht anstecken? Soll eine Selbstisolation für diese 21 Tage verordnet werden? Wie soll das in einem Pflegeheim überhaupt geschafft werden? Und wird dann ein PCR-Test vor der Verabreichung der zweiten Impfdosis durchgeführt?

Das Vorgehen der Regierung ist so starr, dass sie alles auf die Impfung setzt, ohne zu beachten, dass eine effiziente Therapie und Prophylaxe eine Impfung obsolet machen würden. Das Forschen an neuen Covid-Therapeutika oder das Umfunktionieren altbewährter Wirkstoffe wie Fluoxetin und Ivermectin, wie es andere Staaten tun, scheinen für die Regierung überhaupt keine Option oder gänzlich unbekannt zu sein.

Schon jetzt ist bekannt, dass die Impfung starke Reaktionen auslösen kann, wie in England gesehen. Die Bundesregierung arbeitet im Rahmen der Impfstrategie bereits an der Einführung einer App, die es Impflingen erlaubt, Nebenwirkungen der Impfung an die Behörden zu übermitteln, um zu klären, wie verträglich der Impfstoff wirklich ist und ob es Langzeitwirkungen gibt. Wie praktisch: Man dreht einfach den Spieß um und lässt die Versuchskaninchen nun selbst ihre Daten erbringen.

Meine Damen und Herren, Covid-19 ist eine Erkrankung, die uns nun seit fast einem Jahr auf Trab hält und auch noch die nächsten Generationen beschäftigen wird, die diesen sozialen und wirtschaftlichen Super-GAU ausbaden müssen.

Wäre es nicht sinnvoll und vorbildlich, wenn sich alle Regierungsmitglieder vor dem Start der Massenimpfung öffentlich als Erste impfen ließen? Das wäre doch ein starkes Signal für die Bevölkerung.

Vielen Dank.



Analyse der Rede


Heute wurde Deutschland erneut auf das wirtschaftliche Abstellgleis gestellt.

Nun, Paul Viktor, es hindert Dich niemand daran, in Deine tschechische Heimat zurückzukehren - in Deutschland wird Dich bestimmt keiner vermissen.


Während China im November einen Exportboom mit einem Plus von 21 Prozent verzeichnet und das Leben zur Normalität zurückgekehrt ist, ...

Ich weiß nicht, aus welchen Glückskeks die Zahl 21 stammt, sie hat aber ganz gewiss nichts mit dem chinesischen Wirtschaftswachstum zu tun, das bei 4,9 Prozent (weniger als ein Viertel der Glückskekszahl!) liegt.


... ist man in Deutschland immer noch dabei, die eigene Gesellschaft zu zerstören.

Man sollte vielleicht erwähnen, dass "man" die AlteNaive ficken Deutschland und ihre Freunde von GidaGida und den Querstänkerern sind.


Die heute thematisierte Impfstrategie zeugt ebenfalls von mangelnder Weitsicht.

Ach? Außer hohlen Phrasen hat der tschechische Opi wohl nicht viel zu bieten.


Trotzdem: Sobald der BioNTech-Impfstoff von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wird, angeblich am 21. Dezember, geht das große Stechen los.

Ach, Paul Viktor - Du bist doch der Politiker, und solltest daher bestens informiert sein, wann der Impfstoff nun wirklich zugelassen werden wird. Was soll also das "angeblich", und von welchen blutigen Schlachten träumst Du jetzt schon wieder?


Konträr dazu bestätigt die Ständige Impfkommission, dass die Impfbereitschaft der Deutschen kontinuierlich sinkt.

Ach, Paul Viktor, wenn die Leute lieber sterben wollen, sollte man ihnen ihren Willen lassen - wir leben in einem freien Land, in dem jeder selbst entscheiden kann, obe er/es/sie sich selbst schützt oder lieber mit dem Risiko einer möglicherweise tödlich verlaufenden Infektion leben möchte!


Besonders bei Ärzten und Pflegekräften, also denjenigen, die an der Covid-Front kämpfen, scheint sie am geringsten zu sein, was das Narrativ der sicheren Impfung und der ungewöhnlich tödlichen Erkrankung absolut infrage stellt.

Ein wunderschönes non sequitur: Aus der Zurückhaltung des Pflegepersonals bei der Impfbereitschaft folgt nicht, dass das Pflegepersonal die Impfungen für unsicher hielte - es kann tausend andere Gründe dafür geben, dass das Pflegepersonal Menschen den Vortritt läßt, die gefährdeter sind.


Kanzlerin Merkel sagte im November, dass man die Maßnahmen erst aufheben könne, wenn rund 60, 80 Prozent der Bevölkerung immun seien.

Und was genau soll daran jetzt falsch oder schlecht sein?


So stellt sich unweigerlich die Frage, wie diese enorme Zahl erreicht und überprüft werden soll.

Tut es das, Paul Viktor? Das Überprüfen läßt sich über die Ausgabemenge an Impfdosen relativ leicht ermitteln. Und wenn die Mitglieder der AlteNaive ficken Deutschland sich endlich einmal statt quer zu stänkern ihrer staatsbürgelichen Pflichten besännen, gäbe es auch schlagartig eine größere Zustimmung zum präventiven Eigenschutz durch Impfungen.


Was passiert also, wenn die Impfbereitschaft niedrig bleibt oder sogar noch weiter zurückgeht?

Dann müssen die Leute, die sich von den Parolen der Querstänkerer und der AlteNaive ficken Deutschland den Verstand vernebeln ließen, über kurz oder lang sterben - das ist doch genau das, was ihr mit eurer kontraproduktiven Hetze erreichen wolltet.


Bleiben wir dann für immer im Lockdown?

Was wäre denn die Alternative für Deutschland, lieber Paul Viktor - ein Massensterben, dass die Hälfte der Bevölkerung dahinrafft?


Oder wird man dann doch versuchen, die Menschen zur Impfung zu drängen?

Das wäre die Umkehrung der natürlichen Auslese - die am wenigsten anpassungsfähigen Exemplare unserer Spezies würden dadurch überleben. Das lehne ich entschieden ab!


Die Bundeswehr prüft schon die Impfpflicht für alle Soldaten.

Ach, Paul Viktor, es muss in Deinem Gastland schließlich auch ein paar vernunftbegabte Menschen geben, denen der Schutz ihrer Mitmenschen mehr wert ist als einem Wirtschaftsflüchtling wie Dir.


Der Entwurf der Ständigen Impfkommission zur Priorisierung stößt auch auf Widerstand.

Aber nur bei Hardcore-Impfgegnern.


Er sieht vor, Menschen mit sehr hohem Risiko zuerst zu impfen, etwa Bewohner von Pflegeheimen.

Und was ist daran falsch?


Während Personen in Asylunterkünften zur dritten Impfgruppe gehören und somit vor Lehrern und Erziehern geimpft werden sollen, werden Polizei und Feuerwehr sogar in der letzten Gruppe mit gering erhöhter Priorität genannt.

Gütiger Aton - das alte menschenfeindliche Gehabe der AlteNaive ficken Deutschland, sobald es um schutzsuchende Menschen geht. Dass es bei der Priorisierung einzig und allein darum geht, das Infektionsgeschehen schnellstmöglichst zu reduzieren, und daher die meistgefährdeten Menschen zuerst immunisiert werden, sollte jedem Menschen mit funktionierendem Verstand einleuchten - nur der tschechische Opa rafft es nicht. Abgesehen davon lügt er wie gedruckt: Von Asylanten und Flüchtlingen ist im gesamten Positionaspapier kein einziges Mal die Rede!


Zudem muss bei dem BioNTech-Impfstoff ein Mindestabstand zwischen den Impfdosen von 21 Tagen liegen.

Und was soll und das nun sagen? Man hätte ebenso erwähnen können, dass Wasser nass sei.


Die Ständige Impfkommission empfiehlt, die zweite Impfdosis nicht zu verabreichen, falls ein Impfling sich in diesen drei Wochen mit Covid angesteckt hat. Wie also wird sichergestellt, dass diese Menschen sich nicht anstecken? Soll eine Selbstisolation für diese 21 Tage verordnet werden?

Das Zauberwort ist Eigenverantwortung, Paul Viktor: Eigenverantwortung!


Wie soll das in einem Pflegeheim überhaupt geschafft werden?

Indem man die Kontakte so weit wie möglich reduziert?


Und wird dann ein PCR-Test vor der Verabreichung der zweiten Impfdosis durchgeführt?

Wozu sollte da gut sein? Wer Symptome hat, wird untersucht, alle anderen erhalten die zweite Dosis.


Das Vorgehen der Regierung ist so starr, dass sie alles auf die Impfung setzt, ohne zu beachten, dass eine effiziente Therapie und Prophylaxe eine Impfung obsolet machen würden.

Wie sollte eine "Prophylaxe" denn bitteschön aussehen? Wie man an den aktuellen Zahlen sieht, sind einfach zu viele Menschen entweder uneinsichtig, oder bestehen egozentrisch auf ein vermeintliches Recht, andere anstecken zu dürfen, oder beides in Personalunion. Viel Spass beim "Therapieren", Paul Viktor!


Das Forschen an neuen Covid-Therapeutika oder das Umfunktionieren altbewährter Wirkstoffe wie Fluoxetin und Ivermectin, wie es andere Staaten tun, scheinen für die Regierung überhaupt keine Option oder gänzlich unbekannt zu sein.

Das hatten wir doch alles schon Anfang des Jahres, als DJ Trump uns weismachen wollte, man müsste nur mit Haushaltsreiniger gurgeln, um alle Viren platt zu machen. Wenn ich mich recht erinnere, sind daraufhin einige US-Amerikaner an verätzten Schleimhäuten gestorben...


Schon jetzt ist bekannt, dass die Impfung starke Reaktionen auslösen kann, wie in England gesehen.

Besser "starke Reaktionen" als ein immerwährender Lockdown...


Wie praktisch: Man dreht einfach den Spieß um und lässt die Versuchskaninchen nun selbst ihre Daten erbringen.

Du musst ja nicht in aller Öffentlichkeit herausstellen, dass Du von der Materie keine Ahnung hast, Paul Viktor - die Phase mit den Tierversuchen ist schon längst abgeschlossen!


Meine Damen und Herren, Covid-19 ist eine Erkrankung, die uns nun seit fast einem Jahr auf Trab hält und auch noch die nächsten Generationen beschäftigen wird, die diesen sozialen und wirtschaftlichen Super-GAU ausbaden müssen.

Kopfrechnen schwach - 8 Monate sind kein Jahr (das 12 Monate hat, Paul Viktor!). Sieh es einfach als Chance, die die Spreu vom Weizen trennt. Mit etwas Glück haben wir am Ende der Pandemie ein paar tausend Spinner weniger, die außer Unfug nichts im Kopf hatten.


Wäre es nicht sinnvoll und vorbildlich, wenn sich alle Regierungsmitglieder vor dem Start der Massenimpfung öffentlich als Erste impfen ließen? Das wäre doch ein starkes Signal für die Bevölkerung.

Ja, ein starkes Signal absoluter Egozentrik. Gut, dass die AlteNaive ficken Deutschland nicht an der Macht ist - die würden erst einmal sich selbst, dann ihre Spetzln, dann ihre Neonazi-Schlägertrupps impfen, und danach alle übrig gebliebenen Dosen vernichten lassen...





/t\ THG


Mittwoch, 16. Dezember 2020

"Peer-Review" zu Joachim Baums Video "Das Maskenparadox"

Abstract


Dieser Peer-Review analysiert die Aussagen des Videos "Das Maskenparadox", das ein Joachim Baum auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht hat. Korrekt müsste es eigentlich „das Maskenparadoxon“ heißen, aber wir wollen die Fünf heute mal gerade sein lassen. In diesem Video versucht der Herr Baum, Formelwerke der Elektrotechnik auf den Menschen, dessen Atmung, Mikroorganismen und diverse Mund-Nase-Bedeckungen anzuwenden, deren „erhoffte Hauptwirkung“ - den Ausführungen des Herrn Baum zufolge - wegen „scharfen Nachdenkens“ und aufgrund der „Erkenntnisse der Elektrotechnik“ „nicht Null, sondern negativ“ sein müsse. Die hier angegebenen Zeit-Links führen zum Originalvideo - die Sprungmarken in meinem Peer Review auf YouTube sind dort in der Beschreibung zu finden.


Analysis


1:25 Die mit dem "Maskenzwang" erhoffte Hauptwirkung - der Schutz Anderer vor Infektion - muss allein wegen scharfen Nachdenkens über seit langem erkannte elektrotechnische Lehrsätze nicht Null, sondern negativ sein. Wohlgemerkt: Ich spreche hier nicht von negativen Nebenwirkungen, die man gegebenenfalls in Kauf nehmen müsste, um eine wichtigere Hauptwirkung zu erzielen.

Mit den Formelwerken der Elektrotechnik die Mechanik der Gase oder gar biologische Vorgänge erfassen und beschreiben zu wollen, zeugt nicht gerade von ernsthafter wissenschaftlicher Arbeit. Es weist eher darauf hin, dass mangelhafte Kenntnisse der Biologie, der Elektrotechnik und der Mechanik der Gase genommen, bunt zusammengewürfelt und dann wider besseres Wissen auf Vorgänge angewendet werden, die jenseits des Definitionsbereichs der verwendeten Formelwerke liegen. Die Wissensobergrenze eines beschränkten Horizonts verhindert oft, zu der Erkenntnis zu gelangen, dass das eigene Tun die bestehenden Regeln und Formelwerke ad absurdum führt.


1:55 Dieser Gedanke geht wie folgt: Man stelle sich vor, man sei "unwissend Infizierter", und bereits dabei, Viren über die Atemwege auszuscheiden. Dann kann man sich selbst auch als "Virenquelle" bezeichnen.

Das im Hintergrund gezeigte Filmchen minderwertiger Qualität bezeugt, dass da jemand mit ein paar wichtig aussehenden Geräten ein Konglomerat aus technischen Teilen zusammengepfriemelt hat, die wohl einen "Versuchsaufbau" darstellen sollen. Das hat aber eher mit Voodoo denn mit einem "wissenschaftlichen Experiment" zu tun, wie der im Filmchen eingeblendete Text es uns suggerieren möchte. Ich denke, dass sowohl dem Urheber des Filmchens, einem Herrn Pelikan, als auch dem Herrn Baum klar ist, dass diese Zirkusnummer nur der Verhohnepipelung eines Laienpublikums dient, die mit wirklicher wissenschaftlicher Arbeit rein gar nichts zu tun hat - ein angeblicher Diplomingenieur mit angeblichem Doktortitel sollte eigentlich wissen, wie Wissenschaft wirklich funktioniert. Um wenigstens ein bisschen Eindruck bei der anvisierten Zielgruppe des Herrn Pelikan zu schinden, hätte man zumindest eine Beatmungsmaschine nehmen können, die realistisch ein- und ausatmet - welcher normale Mensch pustet seinen Atem denn schon stundenlang durch die gespitzten Lippen aus, ohne nach kürzester Zeit ohnmächtig umzufallen? So bleibt das Filmchen Show um der Show willen, die einer ernsthaften wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhält.


2:14 Der erzeugte "Virenstrom" ist erst einmal als konstant anzusehen, wenn er auch bei genauerer Betrachtung vor allem vom Erkrankungsverlauf abhängt.

Nun, Herr Baum, zu Beginn einer Abhandlung über neue Messmethoden für per Tröpfcheninfektion verbreitete Viren sollte man doch erst einmal herleiten, wie dieser unbekannte "Virenstrom" gemessen werden kann: Welcher Leiterquerschnitt ist zu verwenden, welche minimale Spannung ist zum Betrieb erforderlich, welche Spannung darf maximal angelegt werden, wie muss die Stromquelle abgesichert werden, und so weiter, und so fort - kurzum: Die Beschreibung des verwendeten Versuchsaufbaus wäre für die Überprüfung der Arbeitshypothese zwingend erforderlich. Sobald das Konstrukt "Virenstrom" irgendwann einmal definiert und etabliert sein wird, kann anschließend geklärt werden, wie man zu der Erkenntnis gelangen kann, dass dieser "Virenstrom" als konstant angenommen werden müsse, respektive, welche Parameter und Betriebszustände bei der Betrachtung des Erkrankungsverlaufs für die Messung solch eines "Virenstroms" relevant sein könnten.

Ungeachtet der ungeklärten Fragen gibt es eine grundlegendere Überlegung: Wenn der „Virenstrom“ konstant sein muss, ist es unvermeidbar, dass zu seiner Konstanthaltung auch die nachgeführte Spannung im positiven Bereich (oberhalb der gelben Nulllinie) bleiben muss – sobald die Spannung (im Analogon Druck) negativ wird, kehrt sich auch die Fließrichtung des Stroms um, womit er nicht mehr konstant ist. Da Atmung ausschließlich auf dem Wechselspiel von Über- und Unterdruck funktioniert, ist schon allein deswegen das Analogon eines konstanten „Virenstroms“ abzulehnen, da der nicht mit der Realität korreliert.


2:25 Hier also erst einmal "Konstantstromquelle" des "Virenstroms".

Die menschliche Lunge arbeitet in vier Phasen: Man atmet ein (das Analogon einer nicht-konstanten Stromsenke), hält kurz den Atem an (das Analogon des Verharrens auf dem höchsten Pegel), atmet anschließend aus (das Analogon einer nicht-konstante Stromquelle) und hält dann den Atem erneut an (das Analogon des Verharrens auf dem tiefsten Pegel), bevor dieser Zyklus sich wiederholt. Zur Veranschaulichung zeigt die Graphik den Unterschied zwischen einem oben dargestellten Konstantstrom und der unten dargestellten Annäherung an den Atemvorgang eines Menschen, der sich natürlich, abhängig von der aktuellen Tätigkeit, stetig in der Frequenz und auch den Puls-Pause-Verhältnissen (Duty Cycle) ändert. Hier allgemeingültige Berechnungen für mehr als einen sehr kurzen Abschnitt im Bereich eines einzelnen Zyklus anstellen zu wollen, verbietet sich von selbst.


Konstantstromquelle und nicht-konstante Atmung


Mit dieser simplen Tatsache ist der "Gedanke" des Herrn Baum hinreichend falsifiziert, da die menschliche Atmung keine einzige der Voraussetzungen erfüllt, die man an eine elektrische Konstantstromquelle stellt. Zudem ist eine Maske elektrisch gesehen ein Isolator, und es fließt zwischen der Maske und den Schleimhäuten weder ein messbarer elektrischer Strom noch liegt eine messbare elektrische Spannung an, was eine Applikation der Kirchhoffschen Regeln von vornherein ausschließt, wenn man seriöse Forschung betreibt.

Auch wenn die zugrunde liegende These als falsch zurückgewiesen wurde, halte ich es für angebracht, auch die weiteren Fehler in der Argumentationskette des Herrn Baum hervorzuheben, um allen Gläubigen der „einzig wahren Religion des Maskenparadox [TM]" vor Augen zu führen, welchem Unfug sie da aufgesessen sind.


2:31 Auch in der Elektrotechnik gibt es die "Figur" der Konstantstromquelle. Ebenso kann man sich Wasserquellen oder leicht aufgedrehte Wasserhähne als Konstantstromquellen vorstellen.

Eine Konstantstromquelle ist keine "Figur", sondern ein idealisiertes technisches Modell. Dieses Ideal kann mit tatsächlichen elektrischen Stromquellen nur näherungsweise verwirklicht werden. Des weiteren gibt es reale Konstantstromquellen nur in der Elektrotechnik. Für konstant höhenunabhängigen Transport von Flüssigkeiten nutzt man druckstabilisierte Pumpen mir Quellreservoirs, für konstant höhenunabhängigen Transport von Gasen Kompressoren mit Vorratskesseln und Druckminderer am Ausgang, damit der Innendruck des Kessels nie unter den vorgegebenen Ausgangsdruck fallen kann (Voraussetzung: Der Kompressor muss mehr Gas fördern, als am Ausgang entnommen wird). Die Atmung des Menschen entspricht aber keinem einzigen dieser technischen Konstrukte und Apparate, sondern ist ein komplexer, sich mehr oder weniger erratisch verhaltender Vorgang, auf den man die Formeln der Elektrotechnik schlicht und ergreifend nicht anwenden kann. Es ist sehr interessant, dass der Herr Baum ausgerechnet eine Konstantstromquelle verwendet. Das bedeutet, dass die Spannung (der „Druck“) kontinuierlich nachgeführt werden muss, um den fließenden Strom konstant halten zu können.


2:47 Es gibt die elektrotechnische Regel, dass der Strom in der Reihenschaltung an allen Stellen gleich ist.

Das gilt aber ausschließlich für aus einer elektrischen Stromquelle gespeiste elektrische Widerstände. Durch eine Maske kann schon allein deswegen kein elektrischer Strom fließen, da sie im Sinne der Elektrotechnik ein Isolator ist, und man Formeln und Regeln der Elektrotechnik nicht auf Gase und Filter anwenden kann. Für Gase, Aerosole und Flüssigkeiten bietet das Material der Maske hingegen einen allein von der Partikelgröße abhängigen Widerstand. Während Luft das Material ungehindert passieren kann, bleiben Aerosoltröpfchen, die eine bestimmte Größe überschreiten, vollständig im Filtergewebe hängen, von dem sie dann aufgesogen und festgehalten werden. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass die Fasern im Maskenvlies Abstände von ~ 600.000 Picometer haben, während Luftmoleküle gerade einmal die Größe von einem Zwei- bis ein Dreitausendstel des minimalen Abstands haben. Tausende Luftmoleküle können jede beliebige Stelle im Vlies simultan passieren!


2:54 Legt man einem konstanten Strom einen Widerstand in den Weg, dann passiert das folgende: In der Elektrotechnik sorgt die Konstantstromquelle dafür, dass der Strom konstant bleibt. Am Widerstand fällt eine Spannung ab, die man mit U gleich I für den Strom multipliziert mit R für den Widerstand berechnen kann.

Dazu bräuchte es aber erst einmal einen konstant fließenden Strom. Da Luft, selbst wenn sie mit Viren gesättigt ist, ein elektrischer Nichtleiter ist, flöße da nur dann ein Strom, wenn die Konstantstromquelle beim Nachregeln unendlich hohe Spannungen erzeugen könnte, die in Mikrosekundenbruchteilen zu einem Lichtbogen führte, der die Luftmoleküle ionisierte und leitfähig machte, um den vorgegebenen Wert des konstanten Stroms einzuhalten. Der menschliche Körper kann durch Reibung zwar Hochspannung erzeugen, die ist aber rein statisch, und nicht mit einer Konstantstromquelle mit einem Nachregelbereich von Null bis unendlich viel Volt vergleichbar.


3:20 Beim Wasserfluss, der ein Kaffeefilter beispielsweise überwinden muss, oder beim mäßigen, bibermäßigen Staudamm, gibt es einen Rückstau. Die Höhe des Pegels ist ein direktes Maß für den Wasserdruck, der benötigt wird, um den Kaffeefilter oder das Stauwerk gegebener Qualität mit dem vollen, konstanten Volumenstrom zu durchdringen.

Einmal mehr der Denkfehler, offene Systeme mit einem in sich geschlossenen Stromkreis gleichzusetzen, in dem eine physikalisch begrenzte Menge freier Elektronen von einem Pol der Stromquelle zum anderen fließt. Sowohl ein Kaffeefilter als auch ein "mäßig bibermäßiger Staudamm" funktionieren einzig und allein nach dem Prinzip der Schwerkraft. Da der "mäßig bibermäßige Staudamm" in Wirklichkeit einen Nichtleiter darstellt, kann er nur dann überlaufen, wenn er aus einer Quelle gespeist wird, die höher als seine Oberkante liegt. Und auch beim Kaffeefilter wird niemals mehr als die Kegelspitze ganz unten im Filtergehäuse mit Wasser benetzt werden, wenn die Grundbedingung der Kirchhoffschen Regeln - der überall identische Stromfluss - erfüllt ist. Nur dann, wenn oben exakt so viel eingefüllt wird, wie unten wieder heraus läuft, sind alle Bedingungen der Kirchhoffschen Regeln erfüllt. Strom kann nicht "überlaufen", da ein elektrischer Schaltkreis ein in sich geschlossenes System ist, in dem der Stromfluss an jedem x-beliebigem Messpunkt gleich sein muss. Ist das nicht erfüllt, weil ein Analogon kein in sich geschlossener Stromkreislauf ist, ist auch eine Anwendung der Kirchhoffschen Regeln unzulässig.


Kirchhoff und die nicht überlaufen könnenden Ströme


Des weiteren ist die Aussage, die Höhe des Pegels wäre ein "direktes Maß für den Wasserdruck, der benötigt wird, um..." schlicht und ergreifend falsch. Da alles auf unserem Planeten vorkommende Wasser einzig und allein von der Erdschwerkraft in Bewegung gesetzt wird, wenn man es nicht mit einer Pumpe fördert, und die Zuflussgeschwindigkeit, als Maß für den Druck, im Analogon die "anliegende Spannung", ausschließlich von der Höhendifferenz abhängt, sagt der gemessene Druck rein gar nichts aus. Entscheidend ist einzig und allein die Durchflussmenge, das Analogon des fließenden Stromes - ein Rinnsal kann auf einer abschüssigen Strecke einen Druck von einem Megapascal aufbauen, wird aber Jahre benötigen, den "mäßig bibermäßigen Staudamm" überlaufen zu lassen, während ein träge dahin fließender, breiter Strom, dessen "Spannung" das Wasser nur mit einen Druck von einem Kilopascal vor sich her schiebt, den "mäßig bibermäßigen Staudamm" innerhalb kürzester Zeit geflutet haben dürfte.


offene und geschlossene Systeme


Einen konstanten Druck könnte man bestenfalls unterhalb der Wasseroberfläche messen, da der hydrostatische Druck im Wasser mit zunehmender Tiefe proportional wächst. Dieser vertikale, zum Schwerkraftzentrum der Erde gerichtete Druck ist allein von der Schwerkraft (der Masse des über einem Punkt stehenden Wassers) abhängig, nur der horizontale, parallel zur Fließrichtung auftretende Strömungsdruck entspricht im Analogon der anliegenden Spannung. Schon allein aufgrund der Existenz des hydrostatischen Drucks ist die Gleichsetzung von in der Natur fließendem Wasser mit einem elektrischen Leiter völlig absurd. Auch ein eventuell ins Gefecht geworfener Skin-Effekt könnte nicht mit hydrostatischem Druck gleichgesetzt werden, da der aufgrund anderer physikalischer Grundlagen zustande kommt.


3:47 Auch hier kann man den Wasserdruck genauso im Voraus berechnen, wenn man "Strom" und Widerstandswert kennt.

Nein, das kann man nicht, da der Wasserdruck sich auf jedem Meter des Bach- oder Flussbettes (das Analogon der "Leitung") ebenso wie der "Widerstandswert" ändert. Es sei denn, es ist ein Kanal mit einem über die gesamte Länge gleich bleibenden Querschnitt mit glatten Flächen - da würde aber kein echter Biber freiwillig einen "mäßig bibermäßigen Staudamm" bauen wollen...


3:56 Beim Atmen erhöht sich dementsprechend die Virenkonzentration in den Luftwegen, wie auch der Partialdruck von CO2.

Wie passt eine sich "beim Atmen erhöhende Virenkonzentration in den Luftwegen" zur zuvor festgelegten Konstantstromquelle, deren grundlegendes Kriterium die stets gleich bleibende Menge freier Elektronen ist, die durch den elektrischen Leiter fließen? Wenn es sich nicht gerade um ein Wunder handelt, das bei jedem Atemzug zusätzliche Materie aus einem anderen Universum in das unsere teleportiert, besteht wohl kaum ein Grund, warum die Virenpopulation sich beim Ein- und Ausatmen plötzlich gravierend ändern sollte. Abgesehen davon sind "Viren in den Luftwegen" ja relativ harmlos. Sie werden erst dann zur Gefahr, wenn ihre Rezeptoren an einer gesunden Zelle in unserem Körper andocken, in sie eindringen, und sie zur Reproduktion neuer Viren animieren.


Größenvergleich FFP1-Vlies und CO2-Molekül


Worin der kausale Zusammenhang zwischen dem "Partialdruck von CO2" und einer sich "beim Atmen erhöhenden Virenkonzentration in den Luftwegen" besteht, hätte der Herr Baum schon etwas detaillierter beschreiben dürfen. Die von uns ausgeatmete Menge an CO2 ist so gering, dass man sehr lange in einem hermetisch geschlossenen Raum atmen müsste, um nennenswerte Auswirkungen (CO2-Vergiftung) zu verspüren. Das hätte allerdings zu keinem Punkt fortschreitender Vergiftung Auswirkung auf den natürlichen Reproduktionsvorgang der Population von SARS-CoV-2 – man wäre auch nach dem Ersticken weiterhin eine Infektionsquelle.


4:06 Lässt eine schlechte Maske beim Ausatmen zum Beispiel die Hälfte aller Viren hindurch, erhöht sich die Virenkonzentration bis auf das Doppelte, um dann die Hälfte vom Doppelten durchzulassen. Und so weiter, und so weiter - ein Zehntel vom Zehnfachen oder ein Promille vom Tausendfachen.

Da hätte der Herr Baum sich nur die knapp 10 Minuten Zeit nehmen müssen, um sich bei der Sendung mit der Maus über den Aufbau und die Wirkung einer FFP1-Maske zu informieren, und den später in seinem eigenen Video eingeblendeten Auschnitt der DIN EN 149:2009-08 verstehend zur Kenntnis nehmen, um zu dem Wissen zu gelangen, dass eben diese FFP1-Maske maximal 20 Prozent der im Raum schwebenden Aerosole durchlässt - dann hätte er sich nicht selbst eine Phantasiezahl wie "50 Prozent" ausdenken müssen.

Auf welcher Studie basiert die Behauptung des Herrn Baum, dass eine "schlechte Maske" beim Ausatmen "die Hälfte aller Viren" durchlässt - hat er das selbst gemessen (wenn ja: Wie?), oder woher bezieht er diese Zahl? In Wirklichkeit fliegen Viren nicht solo durch die Luft, da sie das normalerweise nicht sehr lange überleben. Die meisten Viren halten sich in dem Schleim auf, der sich auf unseren Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum und in der Lunge bildet, da das der sicherste Aufenthaltsort für ein Virus ist, das sich nicht im Inneren des befallenen Körper einnisten muss, um sich reproduzieren zu können.

Der überwiegende Teil der lebenden SARS-CoV-2 Population bevölkert unsere Schleimhäute, und wird erst dann in unsere Umgebung katapultiert, wenn wir husten müssen. Dabei bilden sich - neben den etwas größeren Schleimklumpen, die wir abhusten - Millionen kleiner und kleinster Tröpfchen, die wir in einer Aerosolwolke ausstoßen, welche sich ohne Mund-Nase-Bedeckung im ganzen Raum verteilt. Die Konzentration nimmt in Abhängigkeit von Zeit, Abstand und Raumgröße in wachsender Entfernung vom Hustenden zwar ab, die Viren sind in den Schleimtröpfchen aber relativ gut geschützt und für längere Zeiträume überlebensfähig, und können bei entsprechender Aufenthaltsdauer durchaus den gesamten Raum kontaminieren. Nichtsdestotrotz ist nicht die Konzentration in Viren pro Kubikmeter entscheidend, sondern einzig und allein das Zusammentreffen zwischen einem Aerosoltröpfchen und einer Schleimhaut. Mit etwas Pech erwischt man genau das eine, das im Raum schwebt, mit etwas Glück trifft einen hingegen kein einziges der hunderttausend in einem anderen Raum herum schwebenden Tröpfchen, in den man sich anschließend begibt.

Mit angelegtem Mund-Nase-Schutz bleibt der überwiegende Teil der Tröpfchen im Stoff hängen und wird von diesem aufgesogen. Es gibt sicher einen Teil, der an den Seiten des Mund-Nase-Schutzes austritt, der wird aber zu großen Teilen von der Haut neben den Lücken abgefangen. Da der größte Teil der Aerosole im Mund-Nase-Schutz hängen bleibt, ist die Gefahr, dass die ausgehusteten "Gäste" wieder zu den Schleimhäuten zurückkehren, relativ gering, zumal die Viren nicht mobil genug sind, ein Aerosoltröpfchen ohne Hilfe wieder zu verlassen.

Besonders gelungen ist dem Herrn Baum aber der Satz "erhöht sich die Virenkonzentration bis auf das Doppelte, um dann die Hälfte vom Doppelten durchzulassen.". In einer Formel veranschaulicht: 1/2 * 2 * K (mit K = Konzentration), also insgesamt 1 * K. Auch das Ergebnis der anderen Rechenaufgaben ist übrigens Eins.


Die K-Frage...


Die Frage ist nur: Wie kommt man auf derartige Rechenaufgaben? Welche Studien wurden durchgeführt, um das belegen zu können, und was soll die Aussage mit dem „Durchlassen von einem Promille vom Tausendfachen“ für einen Wert haben, wenn dazu weder ein Versuchsaufbau noch eine Messmethode veröffentlicht werden, anhand deren man diese Behauptungen wissenschaftlich verifizieren könnte?


4:26 Um alle diese "Widerstände" kann man einen symbolischen Kreis ziehen, und diesen Kreis als "Knoten" im Sinne der Kirchhoffschen Knotenregel von 1845 ansehen.

Um welche "Widerstände"? Symbolische rote Kreise sind ein universelles Mittel, das man um viele Dinge ziehen kann - warum nicht um irgendwelche ominösen "Widerstände", die nirgendwo hinreichend hergeleitet wurden? Und was spräche dagegen, die Kirchhoffschen Regeln zur Abwechslung einmal auf die Parallelschaltung von dreiunddrölfzig Eis am Stil und einem BMW Dixie anzuwenden? Wäre gewiss interessant, zu erfahren, wie sich diese außergewöhnliche Kombination von Werkstoffen unter realen Bedingungen verhält, wenn wir ein rotes Schleifchen um die Komponenten binden, respektive zeichnen.

Es stellt sich nur die Frage nach der Sinnhaftigkeit solchen Tuns - wer würde so gewonnene Daten wohl als bare Münze zur Bezahlung alter Schulden akzeptieren? (Wer hätte es gedacht - auch ich kann kryptisch...)


4:40 Diese elektrotechnische Regel besagt, dass die Summe aller "zufließenden Ströme" gleich der Summe aller "abfließenden Ströme" ist.

Richtig, genau das besagt sie. Und genau das ist auch gleichzeitig das Problem: Man kann sie nicht auf irgendwelche Dinge anwenden, die mit Elektrotechnik nicht das Geringste zu tun haben! Diese Regeln gelten ausschließlich in elektrischen Schaltungen, da es nur in elektrischen Schaltkreisen eine unveränderliche Menge freier Elektronen gibt. Bei allen anderen Dingen in der Natur ist diese Unveränderlichkeit nicht gegeben - schon gar nicht bei der zahlenmäßigen Erfassung einer Virenpopulation, die sich in jeder Millisekunde mehrmals ändert.


4:48 Wir brauchen also nicht das Wissen von heute - mit Gruß an Jens Spahn - um die Masken als sinnlos zu erkennen. Das von 1845 oder dern alt-ägyptischen Wasserbauern bekannte Wissen hätte dafür schon ausgereicht.

Und wo ist der kausale Zusammenhang zwischen Jens Spahn und den Kirchhoffschen Regeln? Um irgend etwas als "sinnlos zu erkennen", benötigt man keine an den Haaren herbeigezogenen Vergleiche, sondern nur einen rational funktionierenden Verstand. Und selbiger sagt mir, dass die alten Ägypter mangels Eis selten mit Wasser gebaut haben, sondern Stein und Ziegel bevorzugten. In Achet Aton waren das zum Beispiel die Talatat, und selbst die "Nilometer" waren aus dem Fels gehauen, da luftgetrocknete Lehmziegel in Verbindung mit stetigem Wasserfluss wieder zu Lehm werden, und somit für den Bau von Nilometern untauglich sind.


5:05 Einzig sinnvoll könnte überhaupt nur eine Maske sein, welche die Viren zu 100 Prozent aufhält, die dann 100 Prozent dicht sitzt und die 100 Prozent richtig gehandhabt wird. Alle anderen lassen den "vollen Virenstrom" durch.

Wäre der Herr Baum tatsächlich ein Ingenieur, wüsste er, dass keine perfekten technischen Produkte existieren – ein bisschen Schwund und Toleranz muss man menschengemachten Dingen einfach einräumen...


5:25 Doch damit nicht genug.

War das nun eine Drohung, oder die Ankündigung, dass nun endlich einmal physikalisch korrekte Überlegungen vorgelegt werden, die zur Abwechslung sogar nachvollzieh- und überprüfbar sind? Das wäre dann endlich einmal ein Grund, das bislang im Stand-By laufende Gehirn hochzufahren.


5:27 Der Maskenträger vollzieht durch "Virenrückatmung" eine permanente Selbstinfektion.

Was um alles in der Wellt soll denn die Wortneuschöpfung "Virenrückatmung" bedeuten - funktioniert das nur in Rückenlage, nur hinter dem Rücken der anderen, ist es ein durch Atmen verursachtes Zipperlein im Kreuz, et cetera, pp?

Abgesehen davon: Man kann sich nur einmal infizieren. Sobald man infiziert ist, spielt es keine Rolle mehr, wie viele Viren man zusätzlich einatmet. Die Mund-Nase-Bedeckung dient auch nicht einem rein hypothetischen "absoluten Virenschutz", sondern der Verhinderung der Ausbreitung von Aerosoltröpfchen, die mit Viren kontaminiert sind. Und diese Aufgabe erfüllt selbst der schwindligste Mund-Nase-Schutz ohne Probleme.


5:35 Diese Viren gehen nicht irgendwo auf dem Fußboden verloren, sondern können - wenn man überhaupt den Gedanken des Ansteckens über die Atemwege zulässt - im Körper des Maskenträgers wieder Wirtszellen finden, sich dort ebenso "exponentiell" vermehren, wie die anderen Viren, die dort schon seit längerer Zeit sind.

Gut, dass der Herr Baum uns das gesagt hat - von selbst wäre nie jemand darauf gekommen, dass physikalische Objekte nicht plötzlich ohne Grund aus dem Universum verschwinden. Noch besser ist, dass der Herr Baum der allererste Mensch ist, der sich endlich mal zu fragen traut, wie diese blöden Viren in die Körper von mehr als 63 Millionen Menschen gelangen konnten - die Nulpen bei der WHO und in den Gesundheitsbehörden der Staaten warten schon sehnsüchtigst darauf, endlich von der unendlichen Weisheit des Herrn Baum erleuchtet zu werden. (Aktuelle Zahlen)

Folgt man allerdings dem Gedanken mit der exponentiellen Vermehrung, müsste unser gesamter Planet schon seit Jahrmillionen ausschließlich von aus Viren zusammengebastelten Zombies bewohnt sein. Vor allem stellt der Herr Baum einmal mehr unter Beweis, dass er in puncto Virenreproduktion keinen blassen Schimmer hat.


5:56 Im Bilde gesprochen wird der Wasserhahn durch die Maske also noch weiter aufgedreht.

Ach? Wirklich? Wenn man die Kirchhoffschen Regeln einhält, wird "das Fließende" (der Strom oder seine Analoga) automatisch auf die Durchflussmenge begrenzt, die der Widerstand durchlässt. Da der Strom aber konstant sein muss, und der Widerstand sich nicht ändern kann, kann nur die Spannung (der Druck) steigen, um das Gleichgewicht der Kirchhoffschen Regeln zu erhalten. Dreht man die anliegende Spannung (den "Druck") auf, brennt der Widerstand durch, wenn die maximale Verlustleistung P = U * I überschritten wird. Beim Analogon würde das Behältnis irgendwann bersten, wenn der Druck den zulässigen Maximalwert überschreitet.


6:02 Man muss es klar sagen, dass sich das "Virenaufkommen" wegen des Maskentragens erhöht, und deshalb auch der "Ausstoß", den man ja eigentlich reduzieren wollte, denn der "erhöhte Ausstoß" des so befeuerten "Brutreaktormenschs" wird ja auch wieder zu X mal Y = 100 Prozent in die Umgebung gelassen.

Muss man das sagen? Warum - und vor Allem wie - sollte eine sich stetig vergrößernde Virenpopulation noch zusätzlich anwachsen? Ist es nicht eher so, dass die mit der Maske eingefangenen Viren dem sicheren Tod ausgesetzt sind, und sich ohne Wirt auch nicht mehr vermehren können? Wo soll ein "erhöhter Ausstoß" denn bitteschön herkommen - atmet der soeben erfundene "Brutreaktormensch" plötzlich öfter und tiefer, um einen erhöhten Luftdurchsatz zu verursachen? Dann würde er aber auch die an Mehrmenge Viren wieder einatmen, die er zuvor ausgeatmet hatte. Wie kann es überhaupt sein, dass eine vom Herrn Baum fälschlicherweise mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent bezifferte Maske plötzlich 100 statt der von Herrn Baum selbst mit 50 Prozent festgelegten Menge durchlässt - haben da übernatürliche Kräfte nachgeholfen, oder wie erklärt der Herr Baum sich die wundersame Verdoppelung der von ihm selbst erfundenen Durchlassrate von 50 Prozent?


6:25 Und wenn man nicht gerade so drauf ist, wie es vor Jahren unsere Dieselabgas-Rechenkünstler waren, kann man sich als zuständiger Fachausschuss an Grenzwerten der Filterwirkung, Prüfnorm und Prüfaufbau ja schlicht nur "verheben".

Was haben Dieselabgase mit einem "Maskenparadox" zu tun - besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen der Menge, respektive der Zusammensetzung von Dieselabgasen und irgendeiner Eigenschaft des SARS-CoV-2? Wenn nicht, hat sich hier doch eher der Herr Baum mit seiner ausufernden, weltfremden Phantasie verhoben, und zusätzlich auch noch unsterblich blamiert.


Zu der ab 6:30 eingeblendeten Graphik: Ein gesunder Mensch atmet je nach Alter (je jünger, desto mehr) pro Minute zwischen 6 und 9 Liter Luft ein und wieder aus. Die in der Graphik unter 7.9.2. gezeigte Tabelle der DIN EN 149:2009-08 (EN bedeutet europäische Normen, darüber steht noch die International Standard Organisation ISO) ist eine Prüfnorm, die Masken mit 95 Litern pro Minute - also dem mehr als zehn- bis fünfzehnfachen des natürlichen Luftdurchsatzes eine echten Menschen - testet, um die einwandfreie Funktion der Maske unter normalen Bedingungen gewährleisten zu können. Kein realer Mensch wird unter normalen Konditionen jemals einen Luftdurchsatz von 95 Litern pro Minute erreichen!

Entgegen der weiter oben aufgestellten Behauptung eines "50 prozentigen Durchlasses" kann man der Tabelle entnehmen, dass selbst eine FFP1-Maske maximal 20 Prozent der Test-Aerosole durchlassen darf, das aber, wie bereits erwähnt, beim zehnfachen Luftumsatz eines normalen Menschen. Man kann ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass eine FFP1-Maske im Alltag weit weniger als diese erlaubten 20 Prozent Aerosole durchlässt.


Wirklichkeit und Phantastereien in Wort und Zahl


Obwohl der Herr Baum angeblich Ingenieur sein will, ist er offensichtlich nicht einmal fähig, ein technisches Datenblatt zu lesen. Die grattlerhaft in Rot dazu gemalten "Werte" sind reine Phantasieprodukte des Verfassers der Graphik. Wie kann man nur auf die abstruse Idee kommen, dass ausgerechnet OP-Masken, die seit ihrer Erfindung im Jahr 1918 Milliarden Operierte vor einer Infektion durch den Atem der Operierenden schützten, um einen Faktor 20 schlechter als gar keine Maske seien? So etwas kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen – ein einzelner Mensch allein kann doch gar nicht so bescheuert sein, derartigen Unfug auch nur zu erwägen?

Ganz am Rande erwähnt: Wer in einer offiziellen Präsentation seiner „Theorie“ das Wort „Wert“ in Kehrwert mit „h“ schreibt, sollt möglicherweise erst einmal an seiner Rechtschreibung arbeiten – um einen besonders gebildeten Menschen kann es sich bei solchen Schnitzern wohl kaum halten.


6:40 Es ist hier nicht wie bei einer Taschenlampe oder einem Licht, das man unter den Scheffel stellen kann (???), sondern nach Kollision mit der Maskeninnenseite bleiben die Viren ganz frech weiter auf der Welt.

Dass man jetzt auch schon Taschenlampen "unter den Scheffel stellen" kann, ist mir neu. Was das Synonym für "seine Fähigkeiten nicht einsetzen, sondern verbergen" in diesem Satz überhaupt zu suchen hat, ist mir ebenso schleierhaft. Dass die meisten Viren in der Maske hängen bleiben ist korrekt. Die Frage ist eher, welche Schlüsse oder Fehlschlüsse man daraus zieht. Der Herr Baum geht ja offensichtlich davon aus, dass SARS-CoV-2 nicht in Aerosoltröpfchen „reist“, sondern sich als Wolke aus Solo dahinfliegenden Viren verbreitet, welche gegen das Gewebe der Maske gepustet werden, und von dort wie Tennisbälle zurückprallen – es verblüfft immer wieder, welch abstruse Vorstellungen Menschen mit akutem Informationsdefizit aus ihrem geballten Unwissen so entwickeln...


6:50 Der Maskenzwang ist also "juristisch betrachtet" nur eine individual- und gemeinwohlschädigende Verfügung über einen "vermehrungsbehafteten" Umweg der im Atem "besorgten" Viren. Und natürlich auch von allen anderen "Mikroben", völlig ungeachtet ob sie schlimmer, harmloser oder unbekannter Aggresivität sind.

Immerhin ist der Umgang des Herrn Baum mit der deutschen Sprache reichlich kreativ. Da wird eine „individual- und gemeinwohlschädigende Verfügung“ und ein „vermehrungsbehafteter Umweg“ von „im Atem besorgten Viren“ erfunden, von „schlimmer, harmloser und unbekannter Aggressivität“ fabuliert, was das Sprachgefühl hergibt, und ein Prozess gegen die gleichen Kirchhoffschen Regeln in Erwägung gezogen, die unser Herr Baum bislang noch zum Aufbau seiner abstrusen Phantasien missbrauchte.

Und einmal mehr stellt der Herr Baum unter Beweis, dass er von Biologie keine Ahnung hat: Die Population der "Mikroorganismen" in unseren Atemwegen wird durch das Tragen einer Maske nicht größer, sondern bleibt bestenfalls gleich, da wegen der Mund-Nase-Bedeckung ja keine neuen mehr nachkommen können. Und wenn man bereits mit irgendetwas infiziert wurde, schützt die Mund-Nase-Bedeckung zumindest unsere Mitmenschen davor, auch noch infiziert zu werden.


7:12 Was einmal aussah wie ein Hilfsmittel, wird zum Symbol der Unterwerfung unter Willkür und falsche Logik.

Redet der Herr Baum über sich selbst und sein vor Fehlern strotzendes Video, die Willkür beim Missbrauch der Kirchhoffschen Regeln und des Ohmschen Gesetzes, oder gar die völlig verquere „Unlogik“ der von ihm vorgetragenen Wasseranalogien? Das wäre dann wohl der berühmte erste Schritt zur Selbsterkenntnis.


7:20 Dürfte man einer Anordnung, Feuer mit Benzin zu löschen, überhaupt befolgen, nur weil es eine Mehrheit für logisch hält?

Was für ein wunderschöner Strohmann, den der Herr Baum hier baut...


7:28 Was mal aussah wie ein Fehler, wird zum Verbrechen.

Solch kryptische Metaphern findet man sonst nur in religiösen Schriften, Manifesten wider die Erkenntnisse der Wissenschaften und den heiligen Büchern der Kreationisten, Mormonen, Scientologen, et cetera, et cetera.


7:31 Bis hierher ist da Geschehen aber im Wesentlichen nur in den nahezu gleichen "statischen Gleichgewichtssituationen" beschrieben. Diese sind zwar leicht zu überblicken, aber die einfachen Formeln wie U = R mal I und die e-Funktion lassen bei manch einem - mich eingeschlossen - vielleicht doch noch Fragen offen, oder Einwände zu.

Welche "statischen Gleichgewichtssituationen" sollen das sein? "Leicht zu überblicken" sind Dinge nur, wenn man sie vollkommen erfassen kann. Das trifft auf das Ohmsche Gesetz und die Kirchhoffschen Regeln gewiss zu, da die Anzahl der Einzelkomponenten meist im überschaubaren Rahmen bleibt - wer lötet schon Billiarden Widerstände parallel, seriell oder über Kreuz zusammen?

Auf ein komplexes, sich erratisch änderndes Zusammenspiel von Milliarden Individuen und um einige Zehnerpotenzen höheren Populationen der diversesten Viren und Mikroorganismen angewandt, wäre das selbst bei Vollauslastung der geballten Rechnerkapazitäten dieses Planeten ein Ding der Unmöglichkeit. Man benötigt ja schon Superrechner, um die erforderlichen Hochrechnungen für die aktuelle Wettervorhersage in annehmbarer Zeit erhalten zu können, und da sind nur ein paar Millionen Parameter zu berücksichtigen. Bei der Erhöhung der Parameter um den Faktor zehn hoch zwölf (alle Homo sapiens + alle Krankheitserreger) bricht erst das Internet und dann die Infrastruktur der Großrechner zusammen.

Es ist aber schön, zu erfahren, dass selbst der Herr Baum die hier dargelegte Verknüpfung der Kirchhoffschen Regeln mit der Natur in Frage stellt - man hätte fast meinen können, er hätte das bislang Gesagte ernst genommen. Welch ein Schelm unser Her Baum doch sein kann.


7:51 Was ist mit Masken wechseln? Welche Intervalle? Was ist mir Raum lüften? Was ist, wenn ein Infizierter in einen gelüfteten Raum eintritt? Was, wenn ein Gesunder in einen kontaminierten Raum eintritt? Welchen Sinn machen Masken mit Ventil, und in welche Richtung sollten sie den "Bypass" freigeben? Ja, was ist mit den ganzen Übergangsvorgängen?

Viele Fragen, von denen wir nur eine mit Bestimmtheit beantworten können: Masken mit Ventil produzieren ebenso wenig Sinn wie Masken ohne Ventil. Wie sollte eine Maske so etwas komplexes wie Sinn produzieren können, wo sie doch nicht einmal Extremitäten besitzt, mit der sie Dinge schaffen könnte? Und, selbst wenn das möglich wäre - wer würde vorproduzierten Sinn schon kaufen, wenn der sich früher oder später doch immer von selbst ergibt?

Die wichtigste aller Fragen hat der Herr Baum aber leider ausgelassen: Auf wie viel Kelvin kühlt ein durchlüfteter Raum ab, wenn ein Nichtinfizierter ihn verlassen hat, und wie hoch ist die Temperaturdifferenz bei der Gegenprobe mit einem Infizierten? Das sind die wirklich wichtigen Fragen, ohne deren Beantwortung innerhalb der gegebenen Frist die gesamte Energie des Universum einer Spontanverpuffung anheim fallen wird.


8:14 All diese Fragen kann man heutezutage auch mit Computern simulieren. Die fertige Tabelle mit einem ausgiebigen "Erklärvideo" ist im Netz für Excel oder OpenOffice-Calc verfügbar.

Nun ja, simulieren kann man viel und oft, wenn der Tag so richtig lang ist. Es ist trotz alledem erhebend, zu sehen, dass einige Menschen ernsthaft daran glauben, die komplexesten Rätsel dieser Welt mit einem überschaubaren Satz Excel-Tabellen lösen zu können.


8:28 Ja, die Krise ist kalkulierbar. Für jedermann.

Welch sonniges Gemüt, welch tiefer Glaube an die unbefleckte Erkenntnis der heiligen Excel-Tabelle! Damit hat sich der Herr Baum einen gesicherten Schwebeplatz in der Belohnsphäre seiner Religion reserviert!


8:33 Das "Durchspielen" aller möglichen Fragestellungen, mit Parametern und Startbedingungen, sowie das "scharfe Nachdenken" über die viel zu lange und viel zu wenig betonten funktionalen Zusammenhänge, und hier ist vor allem die "körpereigene Immunantwort" zu erwähnen, befreit am Ende ganz enorm von Angst.

Da hat der Herr Baum beim "scharfen Nachdenken" über das "Durchspielen" diverser Excel-Parameter wohl versehentlich eine Teil-Lobotomie an sich selbst durchgeführt. Das würde die wirre und gewaltsame Vereinigung der Kirchhoffschen Regeln mit der Reproduktionsrate von Lebewesen erklären.


Summary


Der Herr Baum hat wohl so lange und so oft "scharf nachgedacht", bis das Bullshit-O-Meter am Anschlag stand. Selbst die einfachsten physikalischen Zusammenhänge werden bestenfalls "teil-richtig", meist jedoch grottenfalsch dargestellt und wiedergegeben. Wer in der Elektrotechnik geltende Regeln auf Populationen von Lebewesen anwendet, kann weder von Elektrotechnik noch von Biologie und den artverwandten Wissenschaftszweigen eine erwähnenswerte Ahnung haben.

Aufgrund der vielen in dieser Analyse nachgewiesenen Form- und Denkfehler müssen alle im Video des Herrn Baum vorgetragenen Hypothesen als hinreichend falsifiziert abgelehnt werden. Nicht genug der vielen Fehler im vorgetragenen Gedankengebäude, hat der Herr Baum auch noch die Chuzpe, Menschen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes ausreden zu wollen – offenbar ist ihm nicht einmal klar, dass er seine Mitmenschen damit der drohenden Gefahr einer Infektion aussetzt, die bestenfalls bislang noch unbekannte Folgeschäden hinterlässt, schlimmstenfalls aber auch zum Tod der Gläubigen seiner Ersatzreligion vom „Maskenparadox“ führen kann.

Lieber Herr Baum: Du solltest Dich in jeder Stunde des Dir noch verbleibenden Lebens fragen, ob Du ruhigen Gewissens den Tod der von Dir manipulierten Menschen billigend in Kauf nehmen und trotz alledem noch ruhig schlafen kannst, wo Du doch die manipulative Überzeugungsarbeit geleistet hast, die zum Tod vieler Menschen führen kann, die Deinen Worten Glauben schenken, auf ihren Eigenschutz verzichten und aufgrund Deiner Scharlatanerie bereits starben und noch sterben werden...

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Realsatire mit Birgit - heute: Von der Schwierigkeit, das Wesen von Haushalten begreifen zu können

Dieser Text bezieht sich auf die Rede der AfD-Abgeordneten Birgit Malsack-Winkemann in der 197. Sitzung am 08.12.2020, 15:39. Das Thema waren die "Beschlußempfehlungen und Berichte des Haushaltsausschusses, Einzelplan 10 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Drucksachen 19/23310 und 19/23324. Das Original des Videos gibt es in der Mediathek des Bundestags und auf meinem YouTube-Kanal. Das Original des Redetextes kann man dem offiziellen Protokoll entnehmen. Meine Fassung enthält den identischen Text, meine Zeichensetzung gibt den durchgehenden, schulmeisterlich-hochnäsigen Redefluss der Frau Doktor Birgit meines Erachtens aber etwas besser wieder.


Die Rede im Wortlaut


Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete!

Es ist wie eh und je, während die Bauern in Deutschland kaum noch wissen, wie sie aufgrund der ruinösen Milch-, Butter- und Fleischpreise über die Runden kommen, genehmigen sich das BmEL und seine Institute alle Jahre wieder höhere Geldspritzen vom Steuerzahler, und wissen oft gar nicht mehr, wie sie das Geld ausgeben sollen, deshalb steigen die Ausgabenreste gerade in diesem Ministerium stetig an, und erreichten mit knapp 612 Millionen Euro in diesem Jahr einen vorläufigen Höhepunkt.

Zum näheren Verständnis, übertragbare Ausgabereste stehen auch für das Jahr nach der Zuteilung zur Verfügung, und der Clou daran ist: Diese Reste müssen im Haushaltsplan des nächstfolgenden Jahres danach nicht gesondert ausgewiesen werden, Undurchsichtigkeit und Intransparenz des Haushaltsplans sind daher die Folge, manche sprechen deshalb sogar von schwarzen Kassen, zusätzlich zu diesen - nennen wir es einmal "verborgenen" Geldern - kommen die offiziellen jährlichen Erhöhungen des Etats, allein von 2018 bis 2021 von 6 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro, also innerhalb von 3 Jahren um satte 28 Prozent, wobei die Etatsteigerung von 2029 bis 2021 jährlich 11, beziehungsweise 10 Prozent betrug.

Welcher Arbeitnehmer kann eine Steigerung von jährlichen 11, beziehungsweise 10 Prozent bei seinem Lohn bejubeln und, wohlgemerkt, die verborgenen Gelder über die Ausgabereste sind hierbei noch nicht einmal berücksichtigt, besonders abstoßend tat sich das Max-Rubner-Institut hervor, dieses zeichnete sich dadurch aus, dass es aus nicht benötigten Forschungsmitteln der EU zwei Töpfe einrichtete, die der Verfügung des Präsidenten und der Verwaltung unterstanden, diese Töpfe hatten zwischenzeitlich ein Volumen von 1,2 Millionen Euro angesammelt, die man irgendwie los werden musste, was geschah, das Max-Rubner-Institut zahlte hieraus Aufgaben für Repräsentation, interne Feierlichkeiten, Geschenke, Tagungen und Dienstreisen, der Präsident genehmigte sich also mit nicht ausgegebenen Forschungsmitteln einen - nennen wir es einfach "Repräsentationsfond" - der dem ihm hierfür offiziell zugewiesenen Betrag um ein vielfaches überstieg, und das alles, während unsere Bauern um ihr Überleben kämpfen, weil sie einem ruinösen Preisdruck auf ihre Waren ausgesetzt sind, und dabei brauchen wir gerade unsere Bauern, um unsere Ernährung in Deutschland sicherzustellen.

Sie glauben es nicht, nun, was könnte denn passieren, wenn diese Regierung nach dem gegenwärtigen zweiten faktischen Lock Down einen dritten, vierten oder gar fünften Lock Down ausruft, angeblich, selbstverständlich, um die Gesundheit und das Leben unserer Bevölkerung zu schützen, glauben sie wirklich, dass es dann noch Kiwis aus Neueeland oder Orangen aus Israel gibt, nein, schauen sie sich in den Supermärkten um, denn dann stellen sie fest, wie wenig einheimische Produkte in den Regalen stehen, stellen sie sich weiter vor, dass die Lieferkette durch diese Lock Downs unterbrochen weren, nur eine Unterbrechung an eine Stelle der Kette reicht, und jetzt denken sie vielleicht, Frau Klöckner habe für diesen Fall sicher vorgesorgt, Pustekuchen.

Das BMEL betreibt eine Ernährungsnotfallvorsorge, dies ist eine Notfallbevorratung, bei der das BmEL ausschließlich zur Weiterverarbeitung vorgesehene Lebensmittel wie Mehl und Zucker an verschiedenen Standorten in deut unterschiedlich großen Mengen in Deutschland lagert, und es ist nicht zu glauben: In der Vergangenheit wurde die eingelagerte Ware für die seit 2012 jährlich zwischen 13 und 21 Millionen ausgegeben wird, wegen angeblich knapper Haushaltsmittel nicht in erforderlichem Umfang turnusmäßig umgewälzt und verkauft, kurz gesagt, der Notvorrat ist "alt" und muss nächstes Jahr zum größten Teil verkauft, besser gesagt verschleudert werden.

Der Bundesrechnungshof hat als Ergebnis festgestellt, dass eine sachgerechte Bevorratung der Bevölkerung nicht sichergestellt ist, wenn die bevor, wenn die bestehenden Vorräte gleichmäßig auf die gesamte Bevölkerung verteilt würden, entfielen auf jeden Einwohner, und jetzt halten sie sich alle fest, Vorräte im Wert von 3,25 Euro, die zudem aufwändig weiterverarbeitet werden müssten, Frau Klöckner, mit dieser Art der Notfallreserve haben Sie für den Fall eines wirklichen Notfalls den Grundstein für Hungersnot und Bürgerkrieg gelegt.
     [Quelle: Bernhard Schornak]


Analyse der Rede


...während die Bauern in Deutschland kaum noch wissen, wie sie aufgrund der ruinösen Milch-, Butter- und Fleischpreise über die Runden kommen,...

Und das hat mit dem Bundeshaushalt des BMEL was genau zu tun? Die Bundesregierung sollte mit dem Marktgeschehen auf dem Agrarmarkt im Idealfall gar nichts zu tun haben. Status Quo ist jedoch, dass unsere Agrarbetriebe mit Milliardensubventionen aus EU- und Bundesmitteln gefördert werden, und trotz dieses Polsters ständig am lautesten "hier" schreien, wenn es darum geht, noch mehr Steuergelder abgreifen zu dürfen.


...genehmigen sich das BMEL und seine Institute alle Jahre wieder höhere Geldspritzen vom Steuerzahler, und wissen oft gar nicht mehr, wie sie das Geld ausgeben sollen, ...

Ein großer Teil des Haushalts des BMEL wird in Form von Agrarsubventionen und Förderungen für argrarwirtschaftliche Projekte, neue Technologien, et cetera ausgegeben - warum ist es jetzt plötzlich schlecht, den Agrarbetrieben Gelder zukommen zu lassen, wenn zuvor gar bitterlich über das Elend eben dieser hier finanziell geförderten Bauern geklagt wurde?


...deshalb steigen die Ausgabenreste gerade in diesem Ministerium stetig an, und erreichten mit knapp 612 Millionen Euro in diesem Jahr einen vorläufigen Höhepunkt.

Ach, da hat die Birgit wieder ein Fachwort aufgeschnappt, dessen Sinn sie offensichtlich nicht erfasst hat. Was bitteschön sollte schlecht daran sein, bereits bewilligte Gelder für das Folgejahr aufzusparen?


...übertragbare Ausgabereste stehen auch für das Jahr nach der Zuteilung zur Verfügung, ...

Das ist der Sinn der gesetzlich streng geregelten Ausgabereste - was genau ist daran so besonders erwähnenswert?


Diese Reste müssen im Haushaltsplan des nächstfolgenden Jahres danach nicht gesondert ausgewiesen werden...

Auch das ist alles gesetzlich geregelt, so what?


...Undurchsichtigkeit und Intransparenz des Haushaltsplans sind daher die Folge, ...

Abgesehen davon, dass "Intransparenz" die lateinisierte Form von "Undurchsichtigkeit" ist, sollte die Birgit vielleicht erst einmal herleiten, warum unsere gesetzlich geregelten Ausgabereste denn nun "intransparent/undurchsichtig" sein sollen.


...manche sprechen deshalb sogar von schwarzen Kassen, ...

Sollte das nicht "ich spreche" statt "manche sprechen" heißen? Eine haltlose Unterstellung in einem Strohmann zu verpacken, zeugt von Birgits kreativem Umgang mit der Realität und aus den Fingern gesogenen Behauptungen.


...zu diesen - nennen wir es einmal "verborgenen" Geldern - kommen die offiziellen jährlichen Erhöhungen des Etats, ...

Das alles ist gesetzlich geregelt - was soll das Herumgeeiere also?


allein von 2018 bis 2021 von 6 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro, also innerhalb von 3 Jahren um satte 28 Prozent, wobei die Etatsteigerung von 2029 bis 2021 jährlich 11, beziehungsweise 10 Prozent betrug.

2020 gab es von der Bundesregierung 2,1 Milliarden, von der EU nochmals 5 Milliarden, insgesamt also 7,1 Milliarden Euro Agrarsubventionen. Das entspricht nahezu den 7,7 Milliarden des Etats des BMEL für 2021.

Interessant ist allerdings die Aussage, dass der Etat von 2029 bis 2021 (also Minus 8 Jahre!) eine positive Steigerungsrate haben soll. Ich weiß nicht, mit welchem Vorwissen die Birgit die Zahlen für 2029 bestimmt hat, es klingt aber sehr unglaubwürdig...


Welcher Arbeitnehmer kann eine Steigerung von jährlichen 11, beziehungsweise 10 Prozent bei seinem Lohn bejubeln...

welcher Arbeitnehmer kann schon über den Etat des BMEL bestimmen? Zudem ist es ja nicht so, dass die Mitarbeiter des BMEL die 7,7 Milliarden unter sich aufteilen und zum privaten Vergnügen ausgeben würden. Diesen Bären will uns nur die Birgit aufbinden.


...besonders abstoßend tat sich das Max-Rubner-Institut hervor, ...

Das Max-Rubner-Institut ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des BMEL, keine privatwirtschaftliche Einrichtung, wie die Birgit hier suggeriert.


dieses zeichnete sich dadurch aus, dass es aus nicht benötigten Forschungsmitteln der EU zwei Töpfe einrichtete,

Ach? Und was genau haben EU-Fördermittel mit dem Bundeshaushalt zu tun? Dreckige Wäsche waschen um des dreckige Wäsche waschens willen ist nicht wirklich hilfreich, sondern erinnert eher an ein plärrendes Kind, das mit dem Finger auf ein anderes zeigt und "Der hat gestern das und sells getan!" schreit.

Was die Birgit hier nicht erwähnt, ist die Verbandelung der Präsidenten des Max-Rubner-Instituts mit dem Lobbyverein "ILSI". Darüber hätte sie ruhig ein Wort verlieren dürfen, aber da stand wohl die lobbyhörige Katzbuckelei der AfD dagegen...


...während unsere Bauern um ihr Überleben kämpfen, ...

Ach ja, Birgit - mit den 1,2 Millionen Euro hätte man auf alle Fälle ganz Europa jahrzehntelang zum Nulltarif durchfüttern können! Abgesehen davon sollte eine Richterin doch wissen, dass sie mit ihren Anschuldigungen die Leitung des Max-Rubner-Institut des vorsätzlichen Betrugs in mehreren Fällen bezichtigt - wenn die Faktenlage wirklich so wäre, wie die Birgit uns weis machen möchte, sollte doch gerade sie wissen, welchen Rechtsweg sie als Richterin zu beschreiten hat, wenn ihr eine Straftat bekannt wird. Warum also im Bundestag statt bei der Staatsanwaltschaft?


Sie glauben es nicht, ...

Und warum sollte man an einen Haushaltsentwurf glauben, der doch als schriftliches Dokument 19/23324 vorliegt?


...wenn diese Regierung nach dem gegenwärtigen zweiten faktischen Lock Down einen dritten, vierten oder gar fünften Lock Down ausruft, ...

Auch in Andeutungen versteckte CoViD-19-Leugnung hat recht wenig mit konstruktiver Kritik am vorgelegten Haushaltsentwurf des BMEL für 2021 zu tun. Bezüglich Sachargumenten hat die Birgit wohl keinen einzigen Gedanken verschwendet.


...glauben sie wirklich, dass es dann noch Kiwis aus Neueeland oder Orangen aus Israel gibt, ...

Auch das ist keine Glaubensfrage, sondern Thema berechenbarer Transportwege.


...dies ist eine Notfallbevorratung, bei der das BMEL ausschließlich zur Weiterverarbeitung vorgesehene Lebensmittel wie Mehl und Zucker an verschiedenen Standorten in deut unterschiedlich großen Mengen in Deutschland lagert, ...

Die nächste Ablenkung vom tatsächlichen Thema folgt auf den Fuß. Im Gegensatz zu Mehl, das man zwischen 3 Monaten und einem Jahr lang lagern kann (die Typen 405, 550, 812 und 815 maximal 18 Monate), ist Zucker nahezu unbegrenzt haltbar und hat deswegen auch kein MHD. Während man Mehl also regelmäßig austauschen muss, verdirbt Zucker nur, wenn er feucht oder mit Pilzen kontaminiert wird. Das ganze Gejammer ist so unqualifiziert und uninformiert, dass die Birgit besser den Mund gehalten hätte.


Der Bundesrechnungshof hat als Ergebnis festgestellt, dass eine sachgerechte Bevorratung der Bevölkerung nicht sichergestellt ist, ...

Unter keinem der genannten Begriffe ist beim Bundesrechnungshof ein Eintrag vermerkt. Die Birgit hat uns also einmal mehr versoßt und das Blaue vom Himmel gelogen.


...mit dieser Art der Notfallreserve haben Sie für den Fall eines wirklichen Notfalls den Grundstein für Hungersnot und Bürgerkrieg gelegt.

No, da schlugen wohl die feuchten Träume der AfD vom 4. Reich'n'Roll durch. Nicht einmal für eine förmliche Verabschiedung hat Birgits Kinderstube gereicht...


Schlußwort



Die Birgit gehört definitiv zu den Leuten, die man tunlichst nie einladen wird, da das Mundwerk ohne Absetzten und hörbare Satzzeichen in einem fort in Betrieb ist. Zudem ist sie ausser uninformiert eigentlich nur uninformiert, und kann weder den Sinn eines Haushaltsentwurfs erfassen, noch die simpelsten Zusammenhänge auf die Reihe bringen. Der schulmeisterliche Tonfall und die angeborene Arroganz tragen das ihre dazu bei, um diese AfD-Mitgliederin nach Möglichkeit einen sehr großen Bogen zu machen. Man fragt sich unwillkürlich, wie jemand mit einem derartigen Bildungsdefizit jemals Richter an einem ordentlichen deutschen Gericht werden konnte...



/t\ THG


Donnerstag, 26. November 2020

Realsatire mit Alice - heute: Ich schöne mir die Welt, weil mir CoViD nicht gefällt

Dieser Text bezieht sich auf die Rede der AfD-Abgeordneten Alice Weidel in der 195. Sitzung am 26.11.20120, 09:26. Das Thema war die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zur „Bewältigung der CoViD-19-Pandemie“. Das Original des Videos gibt es hier oder auf meinem YouTube-Kanal.


Die Rede im Wortlaut


Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Kollateralschäden Ihrer Coronapolitik sind jetzt schon größer als die Schäden, die das Virus selbst anrichtet. Den größten Schaden haben Sie unserer Wirtschaft, unserem Mittelstand und unserer Rechts- und Verfassungsordnung durch das Dritte - sogenannte - Bevölkerungsschutzgesetz zugefügt. In rekordverdächtiger Eile haben Sie sich einen Blankoscheck für fundamentale und einschneidende Grundrechtseingriffe ausstellen lassen. Dagegen haben die Menschen letzte Woche demonstriert, die Sie mit Wasserwerfern und Gewalt aufgerieben haben - ein Tiefpunkt für die demokratische Verfasstheit unseres Staates.

Notstandsmaßnahmen müssen klaren, überprüfbaren und streng begrenzten Kriterien folgen und enger parlamentarischer Kontrolle unterliegen. Sie aber haben einfach Ihre zweifelhaften Maßnahmen in ein Gesetz hineingeschrieben, damit Sie möglichst, von Gerichten nicht belästigt, weitermachen können wie bisher. Das Parlament ist auch weiterhin Zaungast.

Wieder hat also eine von der Verfassung nicht vorgesehene Kungelrunde aus Kanzleramt und Ministerpräsidenten im virtuellen Hinterzimmer getagt, und wieder hat diese Runde Beschlüsse ausgehandelt, die tief in das Leben und in die Rechte von Bürgern und Unternehmen eingreifen. Was Sie den Bürgern zumuten, ist inkonsistent, widersprüchlich, von zweifelhaftem Nutzen und durchtränkt vom undemokratischen Geist obrigkeitsstaatlicher Bevormundung.

Es geht den Staat schlichtweg nichts an, wer in seinen privaten Wohnräumen wann wen trifft und mit wem und in welchem Rahmen jemand Weihnachten mit der Familie, Angehörigen oder engen Freunden feiert. Das ist ungehörig, und das ist übergriffig.

Begreifen Sie wirklich nicht, wie herablassend und verletzend es auf erwachsene mündige Bürger wirkt, wenn der Staat Gouvernante spielt und sich anmaßt, gnädig zuzuteilen, was an Festtagen noch erlaubt sein soll und was verboten? Die staatliche Einmischung in Privatangelegenheiten und Familienleben vergiftet das gesellschaftliche Klima und fördert Erscheinungen wie Spitzeltum und Denunziation, so wie Anfang der Woche im Söderland Bayern, als die Polizei auf einen Hinweis hin ein Rentnerkaffeekränzchen stürmte. Ganz ehrlich, unsere Polizeibeamten haben wirklich Besseres zu tun.

Keinem vernünftigen Menschen kann man das Chaos erklären, in das Sie Schulen und Bildungseinrichtungen stürzen, obwohl die Infektionsgefahr, die von ihnen ausgeht, nur gering ist. Statt zu lernen, müssen Kinder sich mit fragwürdigen Maskenpflichten herumschlagen und in ständig gelüfteten Klassenzimmern frieren. Hat irgendjemand bei diesem planlosen Geschacher um Ferienverlängerungen an die Eltern gedacht, die oft gar keine zusätzlichen Urlaubstage übrig haben, um sich um ihre Kinder zu kümmern? Wer soll verstehen, dass es in Ordnung sein soll, in vollen Bussen und U-Bahnen zur Arbeit zu fahren, aber das Essen in Gaststätten mit weit auseinanderstehenden Tischen ein untragbares Risiko sein soll?

Was ist das für ein Treuebruch gegenüber all den Gastronomen, Einzelhändlern, Selbstständigen und kleinen Gewerbetreibenden, die bislang die Zähne zusammengebissen und durchgehalten haben? Viele haben in gutem Glauben nicht wenig investiert, um Hygienekonzepte umzusetzen, nur um sich wieder in einem Lockdown wiederzufinden. Dieser Lockdown wird viele endgültig um ihre Existenz bringen und lässt den Einzelhandel in verödeten Innenstädten am ausgestreckten Arm verhungern. Die Regierung bestraft also genau diejenigen, die alles richtig gemacht haben.

Dabei geben nicht einmal die Zahlen des RKI einen Beleg dafür her, dass das Schließen der Gastronomie nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen hätte.

Lockdowns ohne Ende stärken den Staatssektor und zerstören auf Dauer den Mittelstand und die Vielfalt selbstständiger Gewerbetreibender und Freiberufler, auf denen die Stärke unserer Marktwirtschaft beruht. Gerade deshalb kommt es auf Eigenverantwortung der Bürger an, wenn wir einen Weg finden wollen, mit dieser Situation umzugehen. Dauergängelung durch den Staat ist wirklich keine Lösung. Unterschätzen Sie die Bürger nicht, und überschätzen Sie sich selbst nicht!

Der Staat muss sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens aufrechterhalten und investieren, die Kapazitäten, wo erforderlich, ausbauen und die Funktionsfähigkeit sicherstellen. Darüber hinaus - darauf habe ich bereits im März hingewiesen - muss er Vorkehrungen für den Schutz besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen und des medizinischen Personals treffen. Rechtzeitige Prävention wäre der richtige Weg gewesen.

Krisenbewältigung verlangt nüchterne, verlässliche Informationspolitik und muss auf klare, nachvollziehbare Kriterien gegründet sein. Das bekommen Sie bis heute nicht hin. Vor allem aber brauchen wir einen offenen, ehrlichen und unaufgeregten Dialog über das, was zu tun ist, und zwar bevor die Entscheidungen fallen und nicht nachher, so wie wir das heute hier tun.

In diese Debatte müssen alle sachlichen und gesellschaftlichen Positionen und Belange einfließen, und nicht nur diejenigen, die der Kanzlerin und einigen Ministerpräsidenten genehm sind. Kehren wir also zurück zur demokratischen Normalität.

Vielen Dank.
     [Quelle: Protokoll des Bundestages]


Analyse der Rede


Die Kollateralschäden Ihrer Coronapolitik sind jetzt schon größer als die Schäden, die das Virus selbst anrichtet.

Gibt es dafür auch belastbare Belege, oder hast Du das selbst erfunden, Alice?


Den größten Schaden haben Sie unserer Wirtschaft, unserem Mittelstand und unserer Rechts- und Verfassungsordnung durch das Dritte - sogenannte - Bevölkerungsschutzgesetz zugefügt.

Ach Alice, selbst das neoliberalste Weidel, das die AfD je hatte, sollte doch wissen, dass in einem Rechtsstaat ein Menschenleben immer Vorrang vor monetären Interessen hat.


In rekordverdächtiger Eile haben Sie sich einen Blankoscheck für fundamentale und einschneidende Grundrechtseingriffe ausstellen lassen.

Und welche Grundrechte sollen das bitteschön sein? Selbst das uninformierteste Weidel der AfD sollte eigentlich wissen, dass es kein Grundrecht auf "andere mit tödlichen Infektionen beglücken dürfen" gibt.


Dagegen haben die Menschen letzte Woche demonstriert, die Sie mit Wasserwerfern und Gewalt aufgerieben haben - ein Tiefpunkt für die demokratische Verfasstheit unseres Staates.

Ach Alice - war es nicht eher so, dass die Polizei reichlich hilflos und sehr milde agierte, wenn sie denn überhaupt etwas tat? Und: Ist es nicht die fürnehmlichste Aufgabe unserer Polizisten und Polizistinnen, die Worte unserer Verfassung, auf die sie ihren Amtseid geleistet haben, auch mit aller Kraft zu verteidigen, wenn sie von gewalttätigen Extremisten jeglicher Coleur angegriffen wird? Wer andere Menschen durch Nichteinhaltung selbst der simpelsten Schutzmaßnahmen aus niedersten Gründen vorsätzlich gefährdet, muss an seinem Tun gehindert werden - wenn es gar nicht anders geht, und das/der/die Betroffene sich allen Aufforderungen zum Trotz weiterhin als chronisch renitent erweist, muss das geltende Recht zur Not auch mit Gewalt durchgesetzt werden.


Notstandsmaßnahmen müssen klaren, überprüfbaren und streng begrenzten Kriterien folgen und enger parlamentarischer Kontrolle unterliegen.

Nun: Es obliegt Dir (und nur Dir!), Alice, die Richtigkeit dieser mal eben in den Raum geweidelten Behauptung faktisch zu belegen. Nur weil Du etwas behauptest, muss das ja noch lange nicht den Tatsachen entsprechen. Solange Du im Bundestag noch derartige Reden halten darfst, kann es um unsere Demokratie und das parlamentarische System nicht gar so besorgniserregend bestellt sein, wie Du es uns hier weismachen möchtest.


[...] und wieder hat diese Runde Beschlüsse ausgehandelt, die tief in das Leben und in die Rechte von Bürgern und Unternehmen eingreifen.

Hand aufs Herz, Alice: Dir geht es doch einzig um das Wohlergehen Deiner Spetzln, die Dir die schwarzen Parteispenden zustecken - das schnöde Volk geht Dir doch voll am Allerwertesten vorbei.


Was Sie den Bürgern zumuten, ist inkonsistent, widersprüchlich, von zweifelhaftem Nutzen und durchtränkt vom undemokratischen Geist obrigkeitsstaatlicher Bevormundung.

Wieder eine dieser unnachahmlich dahingeweidelten Behauptungen, die mit dem wirklichen Leben so wunderbar überhaupt nichts zu tun haben. Abgesehen davon: Der undemokratische Geist ist doch ein eingetragenes Warenzeichen der AfD - verkauft ihr inzwischen Lizenzen dafür, und war euer Parteiprogramm nicht ein stetig wiederholter Schrei nach mehr Obrigkeit?


Was ist das für ein Treuebruch gegenüber all den Gastronomen, Einzelhändlern, Selbstständigen und kleinen Gewerbetreibenden, die bislang die Zähne zusammengebissen und durchgehalten haben?

Mei, Alice - hätten Deine Unternehmerspetzln einen gescheiten Beruf erlernt, bekämen sie jetzt Kurzarbeitergeld. Meines Wissens wurde noch niemand in der BRD dazu gewungen, "Unternehmer" werden zu müssen. Und hätten Deine Unternehmerspetzln ein anständiges Vorsorgekonzept für schlechte Zeiten ausgearbeitet, müssten sie jetzt nicht jammern, sondern wären ebenso abgesichert wie Arbeiter und Angestellte.


Dieser Lockdown wird viele endgültig um ihre Existenz bringen und lässt den Einzelhandel in verödeten Innenstädten am ausgestreckten Arm verhungern.

Die Tendenz zur Verödung der Innenstädte gibt es schon seit Jahrzehnten - die Pandemie hat das Sterben unrentabler Geschäfte, die ausschließlich Verluste generierten, nur beschleunigt. Das hat mit CoViD-19 oder Lockdowns nur am Rande zu tun. Die Menschen haben immer weniger Geld in den Taschen, und können es sich schlicht und ergreifend nicht mehr leisten, in Einzelhandelsgeschäften mit überteuerten Waren einzukaufen. Und gegen das, was den Leuten das nötige Geld verschaffen würde - nämlich eine Erhöhung der Löhne und ALGII-Regelsätze der armen Hälfte der Bevölkerung - sträubt sich die AfD ja schon seit ihrer Erfindung mit Händen und Füßen. Man sollte nie Dinge fordern, deren Realisierung man bislang selbst erfolgreich mitverhindert hat.


Dabei geben nicht einmal die Zahlen des RKI einen Beleg dafür her, dass das Schließen der Gastronomie nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen hätte.

Doch, das tun sie. Man müsste für diese Erkenntnis nur deren tägliche Statistiken zur Kenntnis nehmen.


Lockdowns ohne Ende stärken den Staatssektor und zerstören auf Dauer den Mittelstand und die Vielfalt selbstständiger Gewerbetreibender und Freiberufler, auf denen die Stärke unserer Marktwirtschaft beruht.

Ach, Alice - jetzt hast Du schon einen akademischen Titel im Wirtschaftsbereich, und begreifst trotzdem nicht, dass die einzige Stärke unserer Marktwirtschaft unser ausufernder Exportüberschuss ist? Die Zerstörung des Mittelstandes ist - siehe weiter oben! - eine Nebenfunktion der Umverteilung des Vermögens von Unten nach Oben. Über kurz oder lang wird es weltweit keinen Mittelstand mehr geben - selbst ohne CoViD-19.


Unterschätzen Sie die Bürger nicht, und überschätzen Sie sich selbst nicht!

Ist es nicht eher so, dass Du und Deine neoliberalen Gesinnungsgenossen und -genossinnen von AfD und FDP sich und die aktuelle Bewegung, auf die ihr gerade noch rechtzeitig mit aufgesprungen seid, total überschätzen, während ihr die Wehrhaftigkeit unseres Parlaments und der demokratisch gesinnten Bürger im Land hoffnungslos unterschätzt?


Vor allem aber brauchen wir einen offenen, ehrlichen und unaufgeregten Dialog [...]

Sagt ausgerechnet das schulmeisterlichste Weidel das die AfD je hatte - wie wäre es, wenn Du bei Dir selbst anfängst?


Kehren wir also zurück zur demokratischen Normalität.

Seit wann muss man zu dem Punkt "zurückkehren", auf dem man gerade steht? Die "demokratische Realität" ist immer das, was man gerade hat - alles andere nennt man entweder Vergangenheit oder Zukunft.



/t\ THG


Realsatire mit Martin - heute: Die EU-"Lohnsklaverei" der armen BRD

Dieser Artikel bezieht sich auf die Rede des AfD-Abgeordneten Martin Sichert in der 194. Sitzung am 25.11.20120 um 15:52 h. Das Thema der "Aktuellen Stunde" war auf Antrag der Linken „Für gute Löhne und Verteilungsgerechtigkeit sorgen – Zunehmende Ungleichheit in der Corona-Pandemie stoppen“. Das Original des Videos gibt es hier oder auf meinem YouTube-Kanal.


Die Rede im Wortlaut


Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren,

die Linken wollen heute über gute Löhne sprechen. Ein Lohn ist umso besser, je mehr der Erwerbstätige von seinem erwirtschafteten Geld behalten darf. Gute Löhne sind also das Gegenteil von Umverteilung. Wir haben aktuell drei Rekorde, die aneinandergestellt zeigen, dass diese Regierung total versagt. Erstens: Wir haben weltweit die höchsten Steuern und Abgaben - kein anderes Land weltweit presst seine eigenen Bürger so aus wie wir. Zwitens: Wir machen in diesem und dem kommenden Jahr Rekordschulden von mehreren hundert Milliarden Euro. Und Drittens: Wir haben Armut auf Rekordniveau - seit der Wiedervereinigung gab es nie so viele Arme wie heute.

Wenn man soviel den eigenen Bürgern wegnimmt, und sich so hoch verschuldet, aber trotzdem die Armut steigt, dann stellt sich die Frage: Was läuft schief in Deutschland? Wohin geht das ganze Geld? Die Antwort auf die Frage ist: Ein Großteil dieses Geldes geht in die EU. Ich höre ständig von Abgeordneten anderer Parteien, allen voran CDU und CSU, dass es total großartig sei, anderen Staaten in der EU Geld zu geben, weil diese Länder schließlich deutsche Produkte kaufen würden.

Das ist - mit Verlaub - ökologisch der größte Schwachsinn, den ich je gehört habe. Was sie hier politisch machen, ist das Gleiche, wie wenn sie zu einem Kioskbesitzer gehen, und ihm sagen, er soll dem nächsten Kunden, der vorbeikommt, 100 Euro schenken, und dann hoffen, dass derjenige für diese 100 Euro bei ihm einkauft. Wahrscheinlich wird - genau wie bei der EU - derjenige das Geld dankbar einstecken, und es ansderswo ausgeben. Aber selbst, wenn er das Geld im Kiosk ausgibt, dann hat der Kioskbesitzer zwar hinterher wieder die gleichen 100 Euro in der Kasse, aber er hat einen massiven Verlust gemacht, denn die Waren für 100 Euro sind dann weg.

Diese ganze Umverteilung von deutschem Steuergeld an andere EU-Länder ist letztlich nur eine brutale Ausbeutung dutscher Erwerbstätiger. Man presst den Erwerbstätigen immer mehr Geld ab, bürdet ihnen immer höhere Staatsschulden auf, die sie abarbeiten müssen, und finanziert damit Steuersenkungen und soziale Wohltaten in anderen Ländern. Diese moderne Form der Lohnsklaverei ist das Gegenteil von Verteilungsgerechtigkeit und von guten Löhnen, und es ist scheinheilig, dass sie von den Linken, die immer das Loblied auf die EU mitsingen, sich hier hinstellen, und über mangelnde Verteilungsgerechtigkeit und schlechte Löhne klagen - ändern sie stattdessen mal ihre europäische Politik.

Neben der EU-Politik ist aber auch die Verteilung des Geldes innerhalb von Deutschland ein Problem. Anstatt, dass wir Armut bekämpfen, werden mit Abermilliarden nicht konkurrenzfähige umweltschädliche Projekte wie Elektroautos und Windräder subventioniert. Das ist eine gigantische Umverteilung von Unten nach Oben. Die Wohlhabenden, die sich ein Elektroauto oder ein Windrad leisten können, die freuen sich über die Subventionen, die die ärmeren Mitbürger mit ihren Steuern finanzieren. Ganze Industriezweige wie der konventionelle Kraftwerksbau oder die Automobilindustrie mit hunderttausenden Arbeitsplätzen werden durch diese Politik vernichtet.

Auf die Spitze getrieben wird diese wohlstandsvernichtende Politik durch massive Bürokratie wie die geplante Euro-7-Norm. In der Folge baut BMW künftig Motoren in Großbritannien, und Daimler in China. Diese gezielte Vernichtung deutscher Arbeitsplätze führt zu steigender Armut. Wir haben aktuell so viel Umverteilung und staatliche Lenkung wie noch nie, und als Ergebnis Rekordarmut und massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen.

Ihnen von der Linken, die immer von Vermögensabgaben, neuen Steuern und noch mehr staatlicher Lenkung träumen, kann man nur raten: Sehen sie sich doch in der Realität um - genau diese Politik haben wir aktuell, und sie führt nur zu einem, nämlich grassierender Armut. Wir brauchen gute Löhne, also deutlich niedrigere Steuern und Abgaben.

Wir brauchen aber auch einen Einsatz der Mittel des Staates für die einheimische Bevölkerung, die einheimische Infrastruktur und die einheimische Wirtschaft. Schluss mit dem Verschleudern unzähliger Milliarden deutschen Steuergelds jedes Jahr an andere EU-Staaten und als Subventionen für unrentable Technologien.

Stärken wir Deutschland. bekämpfen wir Armut, indem wir die deutsche Wirtschaft und unsere Mitbürger entlasten und unterstützen. Das wäre nicht nur fair und sozial gerecht, sondern genau das ist auch unser Auftrag als deutscher Bundestag.

Vielen Dank
     [Hervorhebungen entsprechen der deutlichen Betonung des Herrn Sichert!]


Analyse der Rede


Ein Lohn ist umso besser, je mehr der Erwerbstätige von seinem erwirtschafteten Geld behalten darf.

Nun, da hat der Martin wohl ein fundamentales Verständnisloch: Ein Lohnarbeiter "erwirtschaftet" kein "Geld", sondern erhält einen Lohn für verrichtete Arbeit. Auch Angestellte "erwirtschaften" nichts, nur dass die keinen Lohn, sondern ein Gehalt für die erbrachte Arbeit erhalten. (Der Unterschied sind einzig und allein die Modi zur Berechnung der Bezahlung und der monatliche Auszahlungstermin.) "Gelder erwirtschaften" tun nur Selbständige, in der fortgeschritteneren Form mit mehreren/vielen/sehr vielen/extrem vielen Lohn-/Gehaltssklaven auch "Unternehmer" genannt.


Gute Löhne sind also das Gegenteil von Umverteilung.

Falsch. Bessere Löhne sind nur dann möglich, wenn der Unternehmer seine Preise erhöht, und diese Erhöhung (zumindest anteilig!) an seine Sklaven weiterreicht, oder er freiwillig auf einen Teil seines Profits verzichtet, und ihn als Almosen nach unten fallen lässt. Letzteres dürfte so selten sein, dass man mit der Lupe suchen müsste, um auch nur einen einzigen Fall zu finden.


Wir haben weltweit die höchsten Steuern und Abgaben

Das ist falsch. Daten der OECD zur Einkommenssteuer


kein anderes Land weltweit presst seine eigenen Bürger so aus wie wir

Na ja - außer in der AfD und einschlägigen Unternehmerkreisen, die auch gern mal an der einen oder anderen Steuerbetrügerei beteiligt sind, wird kaum jemand das Zahlen seiner Steuern als "Auspressung" empfinden.


Wir machen in diesem und dem kommenden Jahr Rekordschulden von mehreren hundert Milliarden Euro.

Richtig. Und was bitteschön ist daran falsch?


Wir haben Armut auf Rekordniveau - seit der Wiedervereinigung gab es nie so viele Arme wie heute.

Richtig. Was sich allerdings - empirisch belegbar - direkt auf die so genannten "Hartz-Reformen" und die staatlich gewollte Umverteilung von Unten nach Oben durch Subventionen und "Förderungen" zurückführen lässt. Auch die außer Kontrolle geratene Spekulation mit "Betongold" trägt ihr Schärflein dazu bei, dass die Armen immer ärmer werden.


Wenn man soviel den eigenen Bürgern wegnimmt, und sich so hoch verschuldet, aber trotzdem die Armut steigt

Ist Letzteres nicht eine kausale Folge von Ersterem, während das mittlere mit den beiden anderen rein gar nichts zu tun hat?


Ein Großteil dieses Geldes geht in die EU.

Falsch. Laut Europäische Union: Nationale Beiträge der Mitgliedstaaten zum Haushalt im Jahr 2019 haben wir 2019 25,82 Milliarden Euro in den Topf der EU gezahlt, und 12,24 Milliarden Euro [Quelle] zurück bekommen. "5,82 - 12,24 = 13,58 Milliarden Euro Nettobeitrag. Das sind gerade mal 3,8 Prozent des Bundeshaushalts 2019.

Dass die AfD immer noch mit ihren frei erfundenen Behauptungen bezüglich des EU-Beitrags Betteln und Hausieren geht, zeugt nicht nur von einer gewaltigen Lernresistenz, sondern auch vom übergroßen Drang der AfD-Mitglieder zum Märchen erzählen.


[...], dass es total großartig sei, anderen Staaten in der EU Geld zu geben, weil diese Länder schließlich deutsche Produkte kaufen würden.

Das ist, mit Verlaub, ökologisch der größte Schwachsinn, den ich je gehört habe.


Nein. Mit Verlaub, Martin, es ist eher so, dass Du von der Materie, über die Du hier geschlagene vier Komma irgendwas Minuten rumnölst, absolut keinen Schimmer hast, und das mit vorsätzlichen Falschaussagen zu kompensieren versuchst.


Was sie hier politisch machen, ist das Gleiche, wie wenn sie zu einem Kioskbesitzer gehen, und ihm sagen, er soll dem nächsten Kunden, der vorbeikommt, 100 Euro schenken, und dann hoffen, dass derjenige für diese 100 Euro bei ihm einkauft. Wahrscheinlich wird - genau wie bei der EU - derjenige das Geld dankbar einstecken, und es ansderswo ausgeben. Aber selbst, wenn er das Geld im Kiosk ausgibt, dann hat der Kioskbesitzer zwar hinterher wieder die gleichen 100 Euro in der Kasse, aber er hat einen massiven Verlust gemacht, denn die Waren für 100 Euro sind dann weg.

Selbst mit dieser mehr schlecht als recht zusammengeschusterten "Parabel" beweist der Martin, dass er von der Materie keine Ahnung hat - welcher Kioskbesitzer würde seine Ware wohl freiwillig für den Einkaufspreis verramschen, dass unter dem Strich nichts übrig bliebe? Bestimmt nur der Martin, der auch wildfremden Leuten einfach so mal auf die Schnelle hundert Euro schenkt, weil er darauf hofft, seinen Ramsch an den dann zum Einkaufspreis verscherbeln zu können, während der freundliche Mitmensch das Zeug dann mit dem marktüblichen Gewinn von 100 Prozent verhökert und die anderen 100 Euro auch noch einsteckt...

Nö, Martin, so funktioniert Wirtschaft nun wirklich nicht. Ebenso bekommen wir die in die EU investierten 13,58 Milliarden vervielfacht durch unseren weltmeisterlichen Export wieder in die Kassen gespült. Es ist eher so, dass gerade wegen unserer langjährigen Exportweltmeisterschaft die anderen EU-Länder langsam ausbluten...


Man presst den Erwerbstätigen immer mehr Geld ab, bürdet ihnen immer höhere Staatsschulden auf, die sie abarbeiten müssen,

Ach Martin. "Erwerbstätige" arbeiten nicht - sie lassen ihre Lohnsklaven für sich arbeiten.


und finanziert damit Steuersenkungen und soziale Wohltaten in anderen Ländern.

Du hast bestimmt belastbare Nachweise, die bestätigen, dass die anderen Länder sich auf unsere Kosten einen faulen Lenz machen?


Diese moderne Form der Lohnsklaverei ist das Gegenteil von Verteilungsgerechtigkeit und von guten Löhnen,

Ach Martin - wenn Du schon keine Ahnung hast, was die Worte "Lohnsklaverei", "Verteilungsgerechtigkeit" und "guter Lohn" bedeuten, solltest Du sie in einer öffenlichen Debatte tunlichst nicht verwenden. Stattdessen führst Du Dich hier auf härteste Masochistenart selbst vor - hoffentlich hat es sich wenigstens erregungstechnisch gelohnt...


Anstatt, dass wir Armut bekämpfen, werden mit Abermilliarden nicht konkurrenzfähige umweltschädliche Projekte wie Elektroautos und Windräder subventioniert.

Hurra - der Martin hat den Spagat vom EU-Bashing zur Klimaleugnung geschafft! Dass die in Deutschland nur wegen der Milliardensubventionen gebauten Elektroautos auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig sind, weiß jedes Kind - dass sie allerdings umweltschädlich sind, ist so hanebüchen, dass Du das wirklich wasserfest nachweisen solltest, wenn Du Dich nicht als notorischer Lügner outen willst. Und was an Windrädern umweltschädlich sein soll, kannst Du uns gewiß auch noch erklären - das klingt nämlich richtig unplausibel.


Die Wohlhabenden, die sich ein Elektroauto oder ein Windrad leisten können,

Ach ja, richtig - wer kennt sie nicht, die Bonzen mit den 200 Meter hohen Windrädern auf ihren Villen, die sie nebst noch gar nicht serienreifen Nobelschlitten mit Elektroantrieb von "denen da oben [TM]" geschenkt bekommen.


Ganze Industriezweige wie der konventionelle Kraftwerksbau oder die Automobilindustrie mit hunderttausenden Arbeitsplätzen werden durch diese Politik vernichtet.

Nö, Martin, da musst Du jetzt gaaaanz tapfer sein: Diese tollen "konventionellen Kraftwerke" und die tollen "Verbrennungsmotoren" sind absolute Auslaufmodelle, die in zehn Jahren nur noch überzeugte AfD-Anhänger kaufen werden. Auf dem Weltmarkt wird dieses überholte Zeug in absehbarer Zeit völlig verschwinden, und dann sind die ganzen tollen Arbeitsplätze auch futsch, wenn die AfD nicht "Autos für Deutschland" kauft - und zwar alle. Was ihr dann jedes Jahr mit Millionen Autos mit Verbrennungsmotor tut, die nirgendwo auf der Welt fahren dürfen, ist euer Problem...


massive Bürokratie wie die geplante Euro-7-Norm

Ach Martin - was hat eine Abgasnorm bitteschön mit "Bürokratie" zu tun, und warum hast Du Dich nicht schon 1993 über Euro 1 beschwert, das das selbe Zulassungsprocedere hatte?


In der Folge baut BMW künftig Motoren in Großbritannien, und Daimler in China.

Und beide zahlen dann horrende Einfuhrzölle, um diese Motoren nach Deutschland zu importieren? Dient die Auslagerung nicht eher dazu, sich die Zölle bei der Ausfuhr zu ersparen, und die bisherigen Exportfahrzeuge direkt im Abnehmerland zu bauen? Abgesehen davon - Verbrennungsmotoren sind Auslaufmodelle, die bald eh keiner mehr kauft.


Diese gezielte Vernichtung deutscher Arbeitsplätze führt zu steigender Armut.

Nö - einzig und allein die Kurzsichtigkeit deutscher Manager und die völlig absente Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft führt zur Vernichtung von Arbeitsplätzen, und die Armut ist einzig und allein der Raffgier der "Großkopferten" geschuldet.


Sehen sie sich doch in der Realität um

Wäre dieses Motto nicht eher etwas für die rüchwärtsgerichtete AfD, die mental in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts steckengeblieben ist?


Wir brauchen gute Löhne, also deutlich niedrigere Steuern und Abgaben.

Seit wann bestimmt die Höhe der Steuern (ein prozentualer Wert) die Höhe der Löhne (ein monetärer Wert)? Wenn ich von 10 Euro Stundenlohn 15 % Steuern zahle, bleiben 8,50 Euro übrig, wenn ich von 20 Euro Stundenlohn 25 % Steuern zahle, bleiben 15 Euro übrig - was von beiden ist mehr?


Stärken wir Deutschland...

Nö, Martin, mit dem, was Dir vorschwebt, stärkst Du unser Land nicht, sondern lieferst es einem langen, qualvollen Sterben aus. Was wir brauchen, ist keine Kleinstaaterei, sondern Visionen für eine lebenswerte Zukunft. Mit "Deutschland zuerst!" wirst Du Deutschland ebenso siegestrunken an die Wand fahren, wie Trump es mit den USA vorexerziert hat - asoziales Verhalten rächt sich früher oder später!



/t\ THG


Mittwoch, 11. November 2020

Wollt ihr die totale Religion?

Wie man Begriffe kapert und missbraucht


Leider hat vor einiger Zeit eine kleine, eingeschworene Religionsgemeinschaft den bis dahin positiv besetzten Begriff Querdenken gekapert, und missbraucht ihn seitdem dazu, sich gegen unsere Gesellschaft querzustellen, und empirisch belegbare Fakten mit dem Eifer religiöser Verblendung zu leugnen. Schauen wir uns die international anerkannte Definition des Begriffs Querdenken doch einmal ein wenig genauer an:

Laterales Denken (von lateinisch latus „Seite“), umgangssprachlich auch Querdenken genannt, ist eine Denkmethode, die im Rahmen der Anwendung von Kreativitätstechniken zur Lösung von Problemen oder Ideenfindung eingesetzt werden kann.

Da fragt man sich als jemand, der diesen Begriff früher benutzte, aber - dank des inzwischen etablierten Missbrauchs durch diverse Gida-Gidas und zuletzt Querstellen - das Quer in weiser Voraussicht entfernt hat, was am Leugnen empirisch belegbarer Fakten wohl "kreativ" sein mag. Und, wenn man das Verhalten dieser religiös verblendeten Menschen einmal Revue passieren lässt, muss man schon mit der Zeitlupe danach suchen, wo genau sich auch nur einer davon an der Lösung von Problemen beteiligte, oder gar zu einer Ideenfindung beitrug. Die Anzahl der gefundenen Treffer tendiert nicht nur gegen, sondern ist exakt Null.


Querstellen ist das neue Dogma


Was diese Religionsgemeinschaft also mit Sicherheit nicht erfüllt, sind die Grundregeln des Querdenkens - Kreativität, Ideen entwickeln und dabei allen anderen die Hand reichen, um gemeinsam Lösungsansätze für akute Probleme zu finden. Stattdessen werden möglichst viele wohl definierte Begriffe gekapert, um sie mit neuen, ihrer Definition diametral widersprechenden Bedeutungen zu überladen, die anderen Menschen dann munter als "Argumente" ins Gesicht geschrien werden. Man marschiert gemeinsam mit Mitmenschen, deren erkärtes Ziel es ist, unsere Demokratie mit Gewalt in einen Unrechtstaat nach nazionalistischem (das "z" ist kein Schreibfehler!) Vorbild zurückzuprügeln, skandiert Parolen staatsfeindlicher Organisationen, und hat trotz alledem die Chuzpe, zu behaupten, man würde unsere Grundrechte [TM] "verteidigen". Schaut man sich das Konglomerat aus Realitätsverweigerern und mit extremer krimineller Energie agierenden Demokratiefeinden an, fragt man sich, wes Geistes Kind diese Leute sind - ein munteres Potpourri aus aufgestautem Hass, Realitätsverweigerung und latenter Bereitschaft zum Umsturz durch ungehemmte Gewalt.

Zudem fragt man sich, von welchen Grundrechten [TM] diese Leute da vor sich hin phantasieren - meines Wissens gibt es in unserem Grundgesetz weder das "Grundrecht" auf andere mit tödlichen Krankeiten anstecken dürfen, noch das "Grundrecht" auf Andersdenkenden, Journalisten und Polizisten mit Gewalt den Glauben an unsere [TM] neue Religion einbläuen dürfen. Möglicherweise wäre es hilfreich, wenn diese Menschen ein einziges Mal in ihrem Leben einen Blick in unser Grundgesetz werfen würden, bevor sie "Fake Facts" zum Besten geben?


Das neue Doppelplusundenk


Das künstliche Konstrukt Querstellen - in Wirklichkeit ein erfolgreiches Geschäftsmodell des Erfinders der Bewegung! - hat mit dem Vorgang sinnvollen Denkens nichts gemein. Schon das Leugnen empirisch belegbarer Fakten zeugt unzweideutig davon, dass diejenigen, die etwas leugnen, das man in jedem Labor unter dem Rasterelektronenmikroskop mit den eigenen Augen sehen könnte, so man denn wollte, sich schon so weit von der Realität entfernt haben, dass es schwer sein dürfte, sie jemals wieder als vollwertige, verantwortungsbewusste Mitglieder in unsere Gesellschaft zu (re-)integrieren.

Zudem hat das Nachplappern religiöser Glaubensbekenntnisse mit dem Vorgang des bewussten Denkens rein gar nichts zu tun. Glaubenssätze zu rezitieren erfordert keine besonders große Denkleistung, da der Inhalt bereits von jemand anderem gedacht und massenwirksam formuliert wurde - wer sich vor den Karren geschäftstüchtiger Religionsgründer spannen lässt, beweist damit eher, dass es mit dem Denken nicht besonders weit her sein kann. So ähnlich müssen damals im 2. und 3. Jahrhundert die ersten Christen agiert haben, die es immerhin schafften, die hochstehende römische Zivilisation durch eine eineinhalb Jahrtausende währende westliche Leidkultur in geistlicher Umnachtung zu ersetzen...


Fazit


Ich bitte meine geistesgesunden Mitmenschen inständig, die Querstellen-Bewegung nicht dadurch zu unterstützen und sie noch weiter als legale Organisation zu etablieren, indem man sie mit dem von ihnen gekaperten Begriff Querdenken adelt. Je mehr Leute sie nach dem benennen, was sie tatsächlich tut - sich gegen überlebensnotwendige Maßnahmen für unsere Gesellschaft mit fadenschenigen religiösen Glaubenssätzen Querstellen - desto mehr Wind nimmt man ihr aus den Segeln. Nur wenn wir das Querstellen als charakterisierendste Eigenschaft dieser neuen Religion entlarven, haben wir eine Chance, dass sie nicht noch mehr labile Menschen in den Bann schlagen und missionieren kann.


Nenne Gewalttäter/innen/außen Nazi, und Du schaffst Märtyrer. Nenne sie ohne jegliches politisches Deckmäntelchen schlicht und ergreifend Verbrecher - was sie letztendlich ja sind! - und alle werden sich angewidert von ihnen abwenden. Erst die Aufwertung durch Zuordnung zu einer bestimmten Ideologie macht aus Verbrechern "Gurus", "Helden", "Idole", "Märtyrer", "Vorbilder", et cetera...